Frais: Stundenkürzungen führen zu Bildungseinbruch an zahlreichen Schulen Oberösterreichs

Landeshauptmann und Landesschulratspräsident müssen Lösungsvorschläge erarbeiten

Linz (OTS) - Die Anhebung des Schüler-Lehrer-Verhältnisses durch den Finanzausgleich und die neue Klassenvorstandsregelung haben dramatische Auswirkungen für die Qualität des Unterrichts an oberösterreichischen Schulen, schlägt SP-Klubobmann Dr. Karl Frais Alarm. "Die pädagogische Weiterentwicklung der vergangenen Jahre hatte vor allem neue Formen von integrativem und differenziertem Unterricht zum Ziel. Die integrative Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigungen, von verhaltensauffälligen Kindern sowie Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache im Regelunterrichtssystem ist jedoch nur durch verstärkten Personaleinsatz und die Bildung von kleinen Unterrichtsgruppen möglich", so Frais. Als weitere Folgen der reduzierten Unterrichtseinheiten drohen weniger Angebote bei unverbindlichen Übungen, Freigegenständen, Deutsch für Ausländer und beim Förderunterricht. Es sei daher die Aufgabe von Landeshauptmann Pühringer und Landesschulratspräsident Enzenhofer, diese Probleme ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass für das Schuljahr 2004/05 die Rahmenbedingungen für einen qualitativ hochwertigen Schulbetrieb gesichert werden.

Der verstärkte Arbeitsaufwand im Bildungsbereich, der durch Integrationsklassen, verhaltensauffällige Kinder und die Häufung von SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache entsteht, ist lediglich durch ausreichenden Personaleinsatz zu bewältigen, stellt Frais klar. "Den vielen engagierten Lehrern muss die faire Möglichkeit gegeben werden, weiterhin die Qualitätsstandards an Oberösterreichs Schulen hoch zu halten. Durch die Bildung immer größerer Schülergruppen wird dieses Bemühen untergraben", so der SP-Klubchef.

"Gerade im Pflichtschulbereich ist es die Aufgabe der Politik, die Schul- und Qualitätsentwicklung zu forcieren und nicht durch restriktive Sparpolitik die Bildungschancen der Jugendlichen zu schmälern", argumentiert Frais. "Viele Lehrer werden unter dem Druck des Sparstifts in Teilzeit gedrängt oder müssen zum Teil an mehreren Schulen gleichzeitig unterrichten. Versetzungen führen oft zu negativen Auswirkungen für Schüler und Lehrer. Schließlich ist fraglich ob im Herbst tatsächlich alle derzeitigen Lehrer wieder beschäftigt werden". Eine Stagnation oder Verschlechterung könne gerade im Bildungsbereich nicht hingenommen werden, schließt SP-Klubobmann Frais.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Oberösterreich
Pressereferat
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
gerald.hoechtler@spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40004