Jarolim zu St. Pölten: Überdenken der Sexualstrafrechtsnovelle nötig

Auch Seelsorger sollten explizit von Paragraf 212 (Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses) erfasst werden

Wien (SK) Für SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim zeigt die Causa rund um das Priesterseminar von St. Pölten deutlich, dass die Nichterfassung von Seelsorgern entgegen anderen sehr wohl angeführten Berufen im Paragraf 212 (Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses)ein Fehler war. Jarolim bezeichnete die Affäre rund um das Priesterseminar als "bedauernswerten Bilderbuchfall für die Ausnützung von Autoritätsverhältnissen, um sexuelle Handlungen zu erreichen". Die SPÖ, betonte Jarolim am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, habe ein Einbeziehen der Seelsorger beim Paragraf 212 gefordert, sei aber an der ÖVP gescheitert. "Dass der Wiederstand der ÖVP nicht im Sinne der Sache war, wird jetzt ersichtlich", so Jarolim. ****

Als "gegenüber den Opfern unfassbar" bezeichnete Jarolim die Tatsache, dass der zuständige Bischof Krenn zunächst - laut "profil" - bei der niederösterreichischen Sicherheitsdirektion interveniert haben soll, was zu einer Verschleppung des Falles geführt hat, um dann in der ORF-Sendung "Orientierung" die Causa als "Buben-Dummheiten" zu verharmlosen. Dass eine Verzögerung der Ermittlungen nach dieser Intervention Krenns gelingen konnte, zeigt für Jarolim, der die rückhaltlose Aufklärung des Falls und des Vorgehens der Behörden sowie die gesetzliche Nachbesserung des Paragrafen 212 fordert, auch die politische Dimension dieses Falls. "Ich sehe eindeutigen Handlungsbedarf sowohl beim Innenminister, als auch bei der neuen Justizministerin, die beide eindringlich aufgerufen sind, Stellung zu nehmen und zu reagieren", so Jarolim abschließend. (Schluss) up

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