Kuntzl, Walther und Muttonen kritisieren Budgetierung der Erwachsenenbildung: "Historischer Tiefstand erreicht"

Wien (SK) "Ihre Politik zu kritisieren, heißt nicht, das Schulsystem schlecht zu reden, verwechseln sie das bitte nicht", stellte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Freitag im Nationalrat in Richtung Ministerin Gehrer klar. Kuntzl hielt fest, dass es in Österreich ein gutes Schulsystem gibt, die SPÖ aber die Sorge habe, dass das Schulsystem durch die Politik der Bundesregierung "kaputtgespart" werde. "Wir haben ein gutes Schulsystem, aber wir sehen viele Notwendigkeiten, dieses gute System zu verbessern und weiterzuentwickeln", so Kuntzl. "Die Förderung der Erwachsenenbildung liegt im Argen und ist angesichts der Forderung des lebenslangen Lernens unbedingt zu sanieren", so SPÖ-Abgeordnete Heidrun Walther, die damit in die selbe Richtung wie Kuntzl und SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen argumentierte.****

Kuntzl unterstrich, dass soziale und regionale Herkunft nach wie vor eine viel zu große Bedeutung für spätere Bildungschancen darstellen. So können Mädchen aus der Stadt, deren Eltern ein Studium abgeschlossen haben, zu 59 Prozent auch ein Studium abschließen. Im Gegensatz dazu können nur zwei Prozent der Mädchen vom Land, deren Eltern eine Pflichtschule abgeschlossen haben, ein Studium abschließen, führte Kuntzl aus: "Hier ist viel zu tun, nicht zuletzt Vorschläge aus der eigenen Zukunftskommission aufzugreifen, das wäre sehr wichtig".

Faktum sei, dass das Budget für Erwachsenenbildung einen "historischen Tiefstand" erreicht habe, kritisierte die SPÖ-Abgeordnete: "Würde man nur versuchen, inflationsangepasst auf das Budget von 1996 zu kommen, so würde das eine Verdoppelung des Ansatzes von 2003 bedeuten", erklärte Kuntzl. In Sonntagsreden und Regierungsprogrammen gebe es zwar Bekenntnisse, aber die Mittel werden nicht zur Verfügung gestellt. Es gehe bei denjenigen, die sich weiterbilden wollen, um Geld und Zeit, sagte Kuntzl. Sie verwies auf die "wunderbaren" Programme der SPÖ aus dem "Netzwerk Innovation". Zur Frage der finanziellen Unterstützung - Stichwort Bildungsprämie -gebe es zum Beispiel eine Kombination aus Eigenleistung bzw. Eigenverantwortung und sozial differenzierter staatlicher Unterstützung; außerdem behandeln die Programme auch die Frage der Weiterentwicklung der Flexibilisierung der Bildungskarenz.

Muttonen kritisierte die Kürzungen in der Erwachsenenbildung:
2003 seien nur neun Millionen Euro aus dem Budget des Bildungsministerium für die Erwachsenenbildung zur Verfügung gestanden: "Ein international sehr niedriger Wert". Finnland habe im Vergleich 2003 550 Millionen Euro ausgegeben, so Muttonen und sprach von "unwahrscheinlichen Differenzen". (Schluss) sk

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