"Thema" am 12. Juli in ORF 2

Über das Folterschloss Fournirets, die Torturen in einem Bergdrama und die Qualen beim "Race across America"

Wien (OTS) - Roman Rafreider präsentiert in "Thema" am Montag, dem 12. Juli 2004, um 21.05 Uhr in ORF 2 unter anderem folgende Themen:

Das Schloss des Grauens

"Gehörst du zur Dutroux-Bande", fragte das Kind seinen Peiniger. "Nein", antwortete der Mann. "Ich bin viel schlimmer." Marie Asumpcion, damals dreizehn Jahre alt, gelang es, obwohl gefesselt, aus dem Auto des Waldarbeiters zu springen und den Mann anzuzeigen:
Die Welt hatte einen neuen Serienmörder, dessen Taten jene von Dutroux in den Schatten stellen. Michel Fourniret, Waldarbeiter, Gärtner und Schlossbesitzer, soll in den vergangenen Jahren mindestens zehn junge Frauen und Mädchen gefangen, vergewaltigt und ermordet haben - im Beisein und Wissen seiner dritten Ehefrau Monique, die jetzt die Ermittler mit Aussagen unterstützt. Im Ardennen-Schloss Sautou fuhren vor kurzem Bagger der Fahnder auf, um die Leichen von zwei der geschändeten Opfer auszugraben. Das Schloss des Grauens hatte Fourniret 1988 gekauft - mit welchen Mitteln, ist bis heute unklar. Eine Spur des Massenmörders führt möglicherweise sogar nach Österreich. Eine "Thema"-Reportage von Eva Kordesch.

Drama am Berg: Das Interview

Josef Bachmaier hat überlebt. Knapp unterhalb des 8.100 Meter hohen Gipfels des Nanga Parbat hat der erfahrene Alpinist gemeinsam mit seinen Bergkameraden aus Österreich auf den Gipfelsieg verzichtet. Die hereinbrechende Dunkelheit und das heraufziehende Schlechtwetter waren für die österreichischen Bergsteiger Warnung genug. Nicht jedoch für eine deutsche Gruppe, die unbedingt auf den Gipfel wollte. Ein Bergsteiger kam dabei ums Leben, in einer dramatischen Rettungsaktion konnten die Österreicher die völlig entkräfteten anderen deutschen Kollegen ins Basislager bringen. Die dramatischen Stunden am Nanga-Parbat: das "Thema"-Interview.

Der "Fall Reininger"

Ein Beispiel für ein bisher wenig beachtetes Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte: die Verflechtung der evangelischen Kirche in die während des Terrorregimes der Nationalsozialisten praktizierte Enteignung jüdischen Vermögens. Es geht um das Schicksal des Pfarrhauses der evangelischen Gemeinde Neunkirchen - bis 1938 im Besitz der jüdischen Familie Reininger. Es wurde im Zuge des "Anschlusses", wie es damals hieß, "arisiert", also enteignet. Die Besitzer wurden von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Eine Restitution an die Erben hat nie stattgefunden - möglicherweise deshalb, weil die evangelische Kirche in den sechziger Jahren der Republik Österreich gegenüber verschwiegen hat, dass sie wusste, dass es Überlebende der Familie Reininger gibt. Jetzt bemüht sich die Kirche und ihr Bischof, Herwig Sturm, um Verständigung mit der Nichte des Ehepaars Reininger, Trude Bibring - bisher jedoch erfolglos. Die gebürtige Neunkirchnerin ist 84 Jahre alt und lebt in Netanya in Israel. Ein Teil ihrer Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet, ein anderer konnte flüchten. Im Gespräch erzählt Trude Bibring von Schrecken und Terror des Hitlerregimes in ihrer Heimatstadt Neunkirchen. Eine "Thema"-Reportage von Klaus Ther.

Race across America

Das "Race across America" gilt als das längste und härteste Radrennen der Welt: 5.000 Kilometer von der Westküste zur Ostküste. Für die US-Zeitschrift "Outside" ist dieses Rennen ein Albtraum schlechthin und überhaupt das weltweit härteste Sportereignis - der Ironman auf Hawaii kommt im Ranking erst auf Platz acht. Erstmals hat ein deutsch-österreichisches Frauenteam daran teilgenommen. Keine Profisportlerinnen, sondern quasi Frauen von nebenan. Unter ihnen die 32-jährige Salzburger Ärztin Rosemarie Gfatter. Gemeinsam mit ihren drei deutschen Kameradinnen haben die Pedalritterinnen diese extreme Schinderei, die an die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit geht, gemeistert. Sie können sich nun stolz zu den rund 100 Teilnehmern zählen, die in der 23-jährigen Geschichte das "Race across America" beendet haben. Christoph Takacs berichtet für "Thema" über starke Frauen und schier unerschöpfliche Willenstärke.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0012