VEÖ: Industrie profitiert von liberalisiertem Markt in Österreich

Liberalisierung brachte Einsparungen von 700 Mio. Euro für Stromkunden

Wien (OTS) - Der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) weist die Vorwürfe der österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ) gegenüber den österreichischen Elektrizitätsunternehmen als völlig ungerechtfertigt und unberechtigt zurück.

Österreich war eines der ersten Länder, das die Vollliberalisierung des Strommarktes umgesetzt hat. Bereits seit 1.10.2001 kann jeder österreichische Verbraucher seinen Stromlieferanten frei wählen. Demgegenüber haben in Italien erst 66 Prozent der Verbraucher und in Frankreich erst 37 Prozent der Verbraucher freien Zugang zum Strommarkt.

Darüber hinaus wurden auch bereits die in der Strombinnenmarktrichtlinie 2003 vorgesehenen Vorgaben über die Entflechtung der E-Unternehmen mit der im Parlament im Juni verabschiedeten ElWOG-Novelle in das österreichische Recht umgesetzt. Damit zählt Österreich zu den ersten Staaten, die auch auf gesetzlicher Ebene das europäische Unbundling-Regime voll inhaltlich umsetzt.

Wie die Wirtschaftskammer in ihrer Aussendung selbst herausstreicht, hat die Liberalisierung den österreichischen Verbrauchern eine Ersparnis von 700 Mio. Euro gebracht. Wenn diese Ersparnis durch höhere Energieabgaben und diverse Zuschläge zum Großteil wieder aufgefressen wurde, kann dies nicht der E-Wirtschaft zum Vorwurf gemacht werden. Es bleibt jedenfalls ein Faktum, dass die E-Unternehmen diese Senkung in vollem Ausmaß an die Kunden weitergegeben haben.

Industrieunternehmen nutzen und profitieren von liberalisiertem Markt

Laut dem im Entwurf vorliegenden Benchmarking-Bericht der EU-Kommission über den europäischen Strom- und Gasbinnenmark gab es 2002 bei den Industriekunden in Österreich eine Wechselrate von 15 Prozent. Dieser Wert zeugt von einer im Vergleich der EU-25 hohen Wechselrate und zeigt, dass die Wirtschaft den liberalisierten Markt zu nutzen weiß.

Investitionen in Netze müssen auch zukünftig möglich sein

Die Sicherheit der Versorgung mit elektrischer Energie ist eine unabdingbare Grundvoraussetzung für das Prosperieren und auch das Wachstumspotenzial des Wirtschaftsstandortes Österreich. Österreichs E-Wirtschaft mit seinem im europäischen Vergleich sehr hohen Standard der Versorgungssicherheit und -qualität bietet der heimischen Wirtschaft dafür beste Voraussetzungen. Deshalb investiert Österreichs E-Wirtschaft auch jährlich rund 400 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur.

Die Netztarife werden in Österreich von der Regulierungsbehörde E-Control festgelegt, wobei auch die zugrunde liegenden Kosten der E-Unternehmen einer detaillierten Prüfung unterzogen werden. Im Zuge von zwei Tarifsenkungsrunden wurden die heimischen Netztarife bereits massiv gesenkt und die Einnahmen der österreichischen Netzbetreiber um 250 Millionen pro Jahr vermindert. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass eine weitere Senkung der Netztarife bei gleichzeitig dringend erforderlichen Investitionen sich über kurz oder lang auf die Versorgungssicherheit auswirken.

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Mag. Angelika E. Reschenauer
Verband der Elektrizitätsunternehmen (VEÖ)
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