Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 9.Juli 04 1,239 2,11% 4,23% 2022,4 3892,4 10171,6 2.Juli 04 1,215 2,12% 4,30% 2000,5 4026,9 10334,2 Veränderung -1,88% -0,01%Pkt -0,07%Pkt 1,10% -3,34% -1,57%

Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fielen deutlich schwächer aus, als vom Markt erwartet. Die Zahl an neu geschaffenen Stellen stieg im Juni nur mehr um 112 tsd (Markterwartung: 250 tsd, Mai: 235 tsd). Zudem beschränkte sich der Anstieg auf den Dienstleistungssektor, während die Industrieunternehmen erstmals seit Jahresbeginn wieder Stellen abbauten. Die Arbeitslosenquote blieb im Juni bei unverändert 5,6 Prozent. Wie in der Industrie hat sich das Wachstumstempo im Juni auch im Dienstleistungssektor verlangsamt. Auch der jüngste US-Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich blieb im Juni mit 59,9 Punkten (Mai: 65,2) unter den Markterwartungen. Der Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex in der Eurozone fiel auf 55,3 (Mai: 55,8), liegt damit aber immer noch über der Wachstums-Schwelle von 50 Punkten. Der Index für Deutschland lag im Juni bei 52,3 Punkten (Mai: 53,6).

Der Ölpreis ist in den letzten Tagen wegen anschlagsbedingter Exportprobleme im Irak, der aufgrund von Steuernachzahlungen bedingten finanziellen Probleme des russischen Ölkonzerns Yukos und der jüngsten US-Terrorwarnung wieder deutlich gestiegen. US-Heimatschutzminister Tom Ridge hat zwar keine Einzelheiten genannt und auch die Terrorwarnstufe nicht erhöht, hat mit seiner allgemeinen formulierten Warnung vor der Gefahr von Al-Kaida-Anschlägen die Märkte aber dennoch verunsichert.

Mit den zuletzt schwachen US-Wirtschaftsdaten und der jüngsten US-Terrorwarnung verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro in der letzten Woche deutlich an Boden und erreichte zwischenzeitlich mit einem Stand von 1,2423 sogar den schwächsten Wert seit dem 18. März. Da wir nicht davon ausgehen, dass die Wirtschaftsdaten, die in der nächsten Woche veröffentlicht werden, den Konjunkturoptimisten wieder spürbaren Auftrieb verleihen, erwarten wir auf Wochensicht einen Stand des US-Dollars zum Euro auf etwa aktuellem Niveau.

Sowohl in den USA als auch in der Eurozone sind die Anleiherenditen nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten und der dadurch gestiegenen Skepsis der Marktteilnehmer bezüglich der künftigen Konjunkturentwicklung und der jüngsten Terrorwarnung gefallen. In der kommenden Woche erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung.

Die Aktienmärkte verzeichneten in der vergangenen Woche mehrheitlich Kursverluste. Neben den schwachen Wirtschaftsdaten und einigen Ertragswarnungen belastete zusätzlich der wieder gestiegene Ölpreis. Auch die bisher gemeldeten Unternehmensergebnisse in der kürzlich begonnenen Berichtssaison konnten die Märkte nicht positiv überraschen. Ungeachtet dessen markiert der ATX aktuelle wieder ein neues Allzeithoch. Auch in der nächsten Woche wird die Zahl an Unternehmen, die ihr Ergebnis über das zweite Quartal berichten, noch gering bleiben. Bei den Dow-Unternehmen stehen in diesem Zeitraum die Ergebnisse von Citigroup, IBM, Johnson&Johnson und JP Morgan Chase auf dem Programm. In den beiden Wochen darauf wird dann die Mehrzahl der wichtigsten US-Unternehmen ihr Ergebnis präsentieren. In Europa beginnt die heiße Phase der Berichtssaison erst gegen Ende des Monats. Um den derzeit wieder kursierenden Pessimismus der Marktteilnehmer zu beseitigen bedarf es einer Reihe von guten Nachrichten, die wir in der nächsten Woche noch nicht sehen. Damit sollte sich in diesem Zeitraum das Aufwärtspotential der Aktienmärkte in Grenzen halten.

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