Bartenstein: Balkanländer europafit machen

3. Ministerkonferenz des Investment Compact für Südosteuropa - Investitionen von 2002 auf 2003 um 60% gestiegen

Wien (BMWA-OTS) - "Der Wiederaufbau des Balkans und das
Heranführen der Region an Europa ist eine der wesentlichen Aufgaben, vor denen Europa nach der Anfang Mai abgeschlossenen EU-Erweiterungsrunde steht. Wesentlich für den Erfolg des wirtschaftlichen Wiederaufbaus wird es sein, in welchem Ausmaß es gelingt, privates - und dabei vor allem ausländisches - Kapital zu mobilisieren." Das erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein heute anlässlich der dritten Ministerkonferenz des Investment Compact für Südosteuropa. Auf Einladung des Ministers kamen Minister oder hohe Regierungsvertreter aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Rumänien, Serbien und Montenegro zusammen, um Möglichkeiten zur Verbesserung des Investitionsklimas in der Region zu erörtern.

Unter Hinweis auf eine anlässlich dieser Konferenz erstellten WIIW-Studie konnte Bartenstein einen deutlichen Aufschwung bei den Investitionen in dieser Region vermelden: 2003 sind fast 7 Milliarden US-Dollar in die Region geflossen, 2002 waren es nur 4,2 Milliarden US-Dollar gewesen. Dieser 60%ige Anstieg ist umso bemerkens¬werter, als die Investitionen in Mittelosteuropa im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte (auf 10,1 Mrd. US-Dollar) fielen.

Das Wirtschaftsministerium habe sich, so Bartenstein weiter, von Anfang an besonders im "Investment Compact" engagiert, einer der Schwerpunktinitiativen des von Dr. Busek geleiteten Balkan-Stabilitätspakts, die sich mit der Verbes¬serung des Investitionsklimas in der Region beschäftigt. Es habe auch 2002 gerne zugesagt, gemeinsam mit der OECD den Vorsitz zu übernehmen. Nicht zuletzt sei die Region auch für österreichische Investoren sehr wichtig, die bisher (Stand: Ende 2003) rund 4,5 Mrd. US-Dollar dort investiert haben. Knapp zwei Drittel davon gingen nach Kroatien, wo Österreich, so wie in Bosnien-Herzegowina, größter Investor ist. Seit 2003 habe der Investment Compact auch einen Co-Vorsitzenden aus dem Kreis der Länder der Region, setzte der Minister fort. Der erste war Rumänien, das ein außergewöhnliches Engagement bewiesen habe. Im nächsten Jahr werde Bulgarien diese Rolle innehaben.A

Eine heute präsentierte umfassende unabhängige Evaluierung durch das renommierte Beratungsunternehmen A.T.Kearney kommt zu dem Ergebnis, dass der Investment Compact eindeutig zur Verbesserung des Investitions¬klimas und zu zusätzlichen Investitionen und Jobs in der Region beigetragen hat. Ein interessanter Aspekt der Evaluierungsstudie ist, dass die Länder am meisten vom Investment Compact profitiert haben, die sich am aktivsten daran beteiligt haben.

Jetzt gehe es darum, die Empfehlungen aus dieser Evaluierung umzusetzen, nämlich vor allem die noch stärkere Konzentration auf messbare Reformfortschritte, zusätzliche Hilfe bei der Umsetzung von Reformvorhaben und eine verstärkte Präsenz in der Region. (Österreich hat die Beteiligung an der Einrichtung einer IC-Repräsentanz in Zagreb zugesagt.) Die Minister haben sich dafür einen sehr ambitionierten Zeithorizont - ein Jahr - gesetzt, betonte Bartenstein.

Als besonders wichtig erachtete der Minister die Verbindung zu den Praktikern, die Integration der Erwartungen und Erfahrungen der Unternehmer und der (potenziellen) Investoren. Daher habe es gestern ein Business Exchange Forum gegeben, bei dem rund 25 Unternehmen aus SOE (vorwiegend aus den Bereichen, IT und Telekommunikation) mit potentiellen Geschäftspartnern aus Österreich und anderen EU- und OECD-Ländern zusammengekommen sind. Vor allem sei aber auch ein regionales Netzwerk von Investorenverbänden (Foreign Investor Councils) initiiert worden, das gerade sein erstes "White Book" über das Investitions¬klima in der Region präsentiert hat.

Bartenstein zum Abschluss: "Das heutige Treffen hat gezeigt, dass die Länder Südosteuropas die Sorgen und Bedürfnisse der Investoren verstanden hat und dass sie den Willen haben, notwendige Reformen rasch umzusetzen. Genauso hat es aber gezeigt, dass der private Sektor an der Region großes Interesse hat und bereit ist, an deren wirtschaftlicher Entwicklung konstruktiv mitzuwirken. Nicht zuletzt wurde aber bewiesen, dass Südosteuropa in seinen Anstrengungen auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft zählen kann"

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