Sommercampus - Kompetenzzentrum für politisches Veränderungsmanagement

Wien (OTS) - Für den Direktor der Politischen Akademie, Dr. Günther Burkert-Dottolo hat der heuer erstmals ausgetragene Sommercampus im Springer-Schlössl in Wien "einerseits eine starke Impulskraft, weil hier Entscheidungsträger und Interessierte aus Politik und Wirtschaft eine Woche lang intensiv über Veränderungsprozesse diskutieren" - und sich selbst als Träger von Veränderungsprozessen "fit machen". Andererseits habe der Sommercampus aber auch konkrete politische Auswirkungen. +++

Die Regierungspartei ÖVP könne im Rahmen des sogenannten "Alpbachprozesses" auf die aufbereiteten Ergebnisse zurückgreifen -auf viel Expertise für politische Reformprojekte. Als Beispiele nannte der Initiator des Sommercampus die politische Bewältigung des Bevölkerungswandels, den Umgang mit Biotechnologie und Genforschung und das politische Veränderungsmanagement. Der Sommercampus habe die politische Veränderungsagenda der kommenden Jahre definiert und formuliert. "Unser Anspruch ist klar: Wir wollen uns als Kompetenzzentrum für politisches Veränderungs-management etablieren.

Die Zukunft des Sommercampus

Der nächste Sommercampus, der für Anfang Juli 2005 geplant ist, werde sich mit der "Zukunft der Identitäten" beschäftigen - im Jubiläumsjahr 2005 von besonderer Aktualität. Es gehe um Identitäten in Österreich und in Europa, um den Umgang mit der eigenen Geschichte, Kultur bis hin zur Lebensweise. Die starke europäische und internationale Präsenz von Experten, Referenten und Gästen werden 2005 noch ausgeprägter sein als heuer.

Grabner: Es gibt keine sichere Prognose-Methodik - daher Denken in Alternativen erforderlich

Zeit der Übergänge - wohin? Welche Zukunft steht auf der anderen Seite? "Das ist eine Frage", so Dipl. Ing. Lothar Grabner, "die vor allem auch für jedes Unternehmen von Bedeutung ist". So müsse man sich grundsätzlich die Frage stellen, macht es überhaupt Sinn, sich mit der Zukunft auseinander zu setzen? "Wenn wir das nicht tun, dann ersetzen wir den Irrtum durch den Zufall und landen in der Casino-Wirtschaft", erläuterte Dipl. Ing. Grabner. In der Wirtschaft braucht man für Entscheidungen eine Informationsplattform, um verantwortlich mit dem anvertrauten Kapital und den Arbeitsplätzen umgehen zu können. In diese Info-Plattform sind eben auch zukunftsrelevante Inhalte einzubinden.

Anschließend müsse man sich die Frage stellen, "welche Erfahrungen man mit der Zukunft gemacht hat? "Wir wissen, es gibt keine sichere Prognosemethodik. Als Konsequenz brauchen wir daher das Denken in Alternativen".

Was sind nun die wichtigsten Mega-Trends der Zukunft sind?

"Erstens der Individualismus, das win-lose der Leistungsgesellschaft im Globalisierungsprozess. Zweitens die Kooperation, das win-win der systemischen Gesellschaft. Drittens die Sicherung des Lebensgrundlagen bzw. die Abwehr des lose-lose in einer regulierten Verantwortungsgesellschaft". Welchen Schluss man daraus ziehen soll?

"Die 3 Trend-Landschaften spannen ein Plausibilitätsspektrum auf, innerhalb dessen die tatsächliche Entwicklung zu erwarten ist. Es sind Baupläne der Zukunft, die das einzelne Individuum als auch die gesamte Gesellschaft gemeinsam, aber mit unterschiedlichen Prioritäten durchdringen".

Wie Dipl. Ing. Grabner weiter ausführte, sei davon auszugehen, dass - so betrachtet - in den nächsten 5 - 10 Jahren der Verdrängungs-wettbewerb in unseren Regionen die dominierende Kraft sein wird. Auf diesem Wege, positiv gesprochen, führt das für den einzelnen Menschen zu einer Bewährungsprobe im Lebenskampf. Für die Gesellschaft könnte man diesen Prozess als "Abbau von Fett und Aufbau von Muskulatur" metaphorisch bezeichnen. Für ein Unternehmen wiederum würde dies bedeuten, dass man sich in den nächsten Jahren auf eine weitere Verschärfung des Verdrängungswettbewerbes einstellen muss.

Als Fazit könne man feststellen, so Dipl. Ing. Grabner: "Es kommt nicht drauf an, die Zukunft vorher zu wissen. Sondern sich darauf einzustellen, mit ihr angemessen umzugehen und sie verantwortlich mitgestalten zu können". (Fortsetzung)

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