Kabelnetzbetreiber-Statistik: Breitband-Boom bei Internet via Kabel ungebrochen

Branchenreport 2003: 23 Prozent Zuwachs bei Internet via Kabel - Kabelnetzbetreiber damit weiter Breitband-Marktführer - Bieten zudem Kabel-Telefonie und lokale Programme

Wien (PWK482) - Eine Fortsetzung des Booms bei Breitband-Internet, Zuwächse bei der Kabel-Telefonie und der Anzahl der digitalen TV-Kunden sowie stagnierende Kundenzahlen bei Kabel-TV - dieses Bild zeichnet der Branchenreport 2003 der Berufsgruppe "Kabel-TV" im Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Insgesamt sind nun 220 Kabelnetzbetreiber in Österreich tätig. Dies bedeutet eine "Fortsetzung der stabilen Konsolidierung der Branche", so Günther Singer, Vorsitzender der Berufsgruppe "Kabel-TV". "In Anbetracht der massiven Konkurrenz durch die Ausstrahlung von TV-Signalen über Satellit, behauptet sich die Kabel-TV-Wirtschaft nach wie vor sehr erfolgreich im Wettbewerb. Umso unverständlicher ist die bestehende Schlechterstellung der Datenübertragung über Kabel gegenüber der Satellitenübertragung in urheberrechtlicher Hinsicht. Eine Belastung stellen auch die nach wie bestehenden Tendenzen einzelner Genossenschaften und Bauträger dar, ihren Mietern und Wohnungseigentümern die Wahlmöglichkeiten zwischen Netzbetreibern zu verweigern. Der Gesetzgeber ist daher aufgefordert, derartige Monopole am Hauseingang für Telekommunikationsdienstleistungen zu verhindern. Die Errichtung von willkürlichen Barrieren durch Hausverwaltungen und Genossenschaften führt die Telekom-Liberalisierung ad absurdum", kritisiert Singer.

Eindeutig Marktführer ist die Kabelbranche in Österreich bei Breitband-Internet. Wie im Jahr 2002 haben sich auch im Jahr 2003 die sogenannten Zusatzdienste der Kabelnetzbetreiber - wie eben Internet - sehr positiv entwickelt. Die Anzahl der Breitband-Internet-Kunden der Kabelnetzbetreiber hat sich nach einer 22-prozentigen Steigerung 2002 im Jahr 2003 erneut um 23 Prozent auf nun insgesamt 330.718 erhöht. 106 Kabelnetzbetreiber (2002: 92; 2001: 88) bieten in Österreich Internet-Services an - um 15 Prozent mehr als 2002. Nach Wien mit mehr als 180.000 Kabel-Internet-Kunden verzeichnet das Bundesland Oberösterreich über 30.000, Niederösterreich und Salzburg und die Steiermark jeweils mehr als 20.000 Haushalte, die via Kabel surfen. "Da ist ganz eindeutig die Entwicklung hin zu Multimedia-Unternehmen ersichtlich. Und die Kunden nehmen das Angebot mehrerer elektronischer Dienstleistungen aus einer Steckdose auch gerne an", zeigt sich Singer erfreut.

Wesentlich zur Erfolgsgeschichte von Breitband-Internet via Kabel beigetragen habe "der mutige und investitionsintensive Schritt der Kabel-TV-Unternehmungen hin zu Multimedia-Anbieter für elektronische Dienste in Privathaushalten", stellt René Tritscher, Geschäftsführer des Fachverbandes der Telekomunikations- und Rundfunkunternehmen der WKÖ, fest. Wenig Kundenresonanz war hingegen bei der vom Bundesministerium für Finanzen eingeführten steuerlichen Absetzbarkeit von Breitbandanschlüsse zu bemerken. In diesem Zusammenhang fordert er die "sofortige Reduktion des Mehrwertsteuersatzes auf Breitbandanschlüsse von 20 auf 10 Prozent. Diese Maßnahme wäre transparent, einfach und für jeden Bürger in Anspruch zu nehmen."

Der Fachverband unterstützt die Anstrengungen der Politik im Rahmen der Breitbandinitiative und fordert eine rasche Umsetzung der Bundesvorgaben in den Ländern. Der einfachste Weg, die Verbreitung von Breitbandanschlüssen zu erhöhen, wäre jedoch eine Optimierung der Rahmenbedingungen. Notwendig wären dabei die Beseitigung von Barrieren im Mobilfunk- und Festnetzausbau sowie die Förderung der Erstellung von breitbandigen Inhalten durch eine vereinfachte Rechtenutzung im Online-Bereich. "Diese Maßnahmen würden den Gesetzgeber keinen Cent kosten und könnten auch ohne Fördergelder einen optimalen Nutzen für den Breitbandstandort Österreich bringen", zeigt Tritscher auf.

Starke Steigerungen sind bei der Anzahl der digitalen Kabel-TV-Haushalte zu vermerken: Wurden Ende 2002 noch knapp mehr als 31.000 Konsumenten mit digitalen TV-Bildern versorgt, waren es Anfang 2004 bereits über 41.000 Teilnehmer.

Rund 115 Kabel-TV-Unternehmen bieten ein Kabel-Lokalprogramm an, 27 Kabelbetreiber sind auch selbst Programmveranstalter von lokalen Kanälen und liefern damit einen Beitrag zur regionalen Vielfalt.

Die Anzahl jener Teilnehmer, die Kabel-Telefonie nutzen, stieg 2003 um 5 Prozent (2002: +9 Prozent auf 159.830) auf nunmehr 167.025. Sie alle nutzen "Triple Play" (TV, Internet und Telefon) via Kabel. Kabel-Telefonie wird in fünf Bundesländern angeboten: Wien, Tirol, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten (Reihung nach Anzahl der Kunden). "Die Eintrittshürde in das Telefonie-Geschäft ist jedoch aufgrund des Aufwandes und des massiven Wettbewerbes im Telefoniemarkt enorm", so Singer abschließend. (JR)

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