FORMAT: Rechnungshof-Rohbericht kritisiert Vorstandsbestellungen im Austria Center Vienna

Opposition tobt über den "Postenschacher"

Wien (OTS) - Der Rechungshof kritisiert in einem aktuellen Rohbericht die Mißstände rund um Vorstandsbestellungen im Austria Center Vienna (ACV). Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Der 48-seitige FORMAT exklusiv vorliegende Rohbericht über die "Überprüfung der Gebarung der Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft" (GZ 002.686/003-D3/04) bemängelt konkret den Einfluß von Finanzminister Karl-Heinz Grasser bei Personalentscheidungen im ACV: "Ein Kabinettsmitarbeiter des Bundesministers für Finanzen war Mitglied des am 4. Juni 2002 zur Auswahl des Personalberaters für die Vorstandssuche 2002 gebildeten Beratungskomitees, obwohl er dem Aufsichtsrat nicht angehörte."

In der Folge wurde der bisherige ACV-Aufsichtsratschef Thomas Rupperti von Grasser zum ACV-Vorstand gekürt. "Durch die Bewerbung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats um die ausgeschriebene Vorstandsposition ergab sich ein Interessenskonflikt. Die intransparente Handhabung dieses Konflikts prägte den Ablauf des gesamten Verfahrens", kritisiert der Rechungshof.

Die spätere Bestellung eines zweiten Vorstand wurde Anfang des Jahres von Finanzminister Grasser aber überraschend abgeblasen, obwohl die Kandidatensuche bereits voll im Gange war. Der Rechungshof kritisiert die dadurch angefallenen Kosten für Personalberater (Wentner-Havranek) und Anzeigen: "Die Auftragssumme betrug 18.000 Euro; hinzu kamen Kosten für Inserate in Höhe von 14.447,53 Euro." Grasser gegenüber FORMAT: "Die Kosten waren gerechtfertigt, um den Markt auszuloten."

Die Opposition kritisiert die Mißstände im ACV. "Die Causa ACV wird zur Nagelprobe für den neuen Rechnungshofpräsidenten Josef Moser", sagt der Grüne Rechungshofausschuß-Vorsitzende Werner Kogler gegenüber FORMAT: "Einen Skandal dieser Dimension kann auch der eloquente Finanzminister nicht wegdiskutieren." Und sein Kollege SP-Rechungshofsprecher Günter Kräuter ergänzt: "Das ist Postenschacher übelster Art."

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