Glawischnig: Umweltsituation in Österreich wenig erfreulich

Umweltkontrollbericht: Wenig Licht, viel Schatten

Wien (OTS) "Die Umweltsituation in Österreich ist insgesamt als wenig erfreulich zu bezeichnen", kommentiert Eva Glawischnig, stv. Bundes-und Umweltsprecherin der Grünen den heute von Bundesminister Pröll dem Nationalrat vorgelegten siebenten Umweltkontrollbericht des Umweltbundesamtes. Der von den MitarbeiterInnen des Umweltbundesamtes in gewohnt hochprofessioneller Weise erstellte Bericht zeige deutlich, dass Österreich weit davon entfernt sei, seinem Ruf als angebliches Umweltmusterland gerecht zu werden. "Viele Umweltziele wurden verfehlt, für BM Pröll besteht großer Handlungsbedarf", so Glawischnig.

Österreich ist dem Treibhausgas-Reduktionsziel nicht näher gekommen, sondern entfernt sich immer weiter davon. Die CO2-Emissionen des Verkehrsbereichs sind von 1990 bis 2001 um 49 Prozent gestiegen, jene der Energieversorgung um 9,5 Prozent. Das Klimaschutzziel sei mit den derzeit geplanten Maßnahmen nicht erreichbar, das Umweltbundesamt fordert daher zu Recht die Ausarbeitung weiterer Maßnahmenpakete. "BM Pröll hat es nicht geschafft, eine Trendumkehr einzuleiten. Die rasche Überarbeitung der Klimastrategie ist eine zentrale Herausforderung, die BM Pröll rasch in Angriff nehmen muss.

Während im Bereich der Flüsse und Bäche die Probleme hinsichtlich der Wassergüte im Bericht als nahezu gelöst bezeichnet werden, ist die Schadstoffbelastung des Grundwassers immer noch unbefriedigend. Auch die flussbaulichen Eingriffe haben dramatische ökologische Auswirkungen, nur mehr sechs Prozent von 5000 untersuchten Flusskilometern werden als natürlich eingestuft. "Die Lehren aus der Hochwasserkatastrophe 2002 sind bis heute nicht gezogen worden", kritisiert Glawischnig.

Im Bereich Luftschadstoffe gebe es zwar positive Trends, etwa bei Schwefeldioxid, aber es überwiegen die negativen Entwicklungen. So sei die Belastung der vor allem durch Dieselfahrzeuge verursachten Feinstaubpartikel in ganz Österreich sehr hoch; in praktisch allen größeren Städten würden die Grenzwerte an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten. "Die zugesagten Initiativen für steuerliche Anreize, um Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern auszurüsten ist Pröll bis heute schuldig geblieben, bei der Verschärfung von EU-Abgasnormen blieb Pröll erfolglos", kritisiert Glawischnig. Die Ziele zur Reduktion der Belastung durch das bodennahe Reizgas Ozon und Stickoxide wurden weit verfehlt.

Der Energieverbrauch in Österreich ist laut Bericht von 2000 auf 2002 um 5,6 Prozent gestiegen, die aus Sicht einer nachhaltigen Entwicklung notwendige Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energie- und Ressourcenverbrauch sei bisher kaum erfolgt. Als katastrophal ist laut Glawischnig der hohe Flächenverbrauch durch Zersiedelung und Straßenbau zu bewerten, der hauptverantwortlich dafür ist, dass die biologische Vielfalt in Österreich massiv gefährdet ist. 60 prozent der Farn- und Blütenpflanzen zählen zu den gefährdeten Arten.

Glawischnig kündigt an, den Umweltkontrollbericht im Umweltausschuss ausführlich diskutieren zu wollen. "Der Bericht zeigt deutlich den großen umweltpolitischen Handlungsbedarf für den zuständigen Minister. Aus der insgesamt negativen Umweltbilanz müssen die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden, wie etwa rasche Umsetzung der Empfehlungen des Umweltbundesamtes im Bericht."

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