BAGS-KV schafft kollektivvertragliche Leitstruktur für Sozial- und Gesundheitsbereich

GPA fordert einheitliche Ausbildungsstandards mit österreichweiter Anerkennung

Wien (GPA/ÖGB). (OTS) - "Der mit 1. Juli 2004 in Kraft getretene BAGS-Kollektivvertrag schafft eine kollektivvertragliche Leitstruktur im gesamten Sozial- und Gesundheitsbereich für etwa 35.000 Beschäftige. Sowohl Bundes- als auch Landespolitik sind nun aufgerufen, durch die Schaffung finanzieller und bildungspolitischer Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Beschäftigten in dieser Zukunftsbranche zu sorgen", erklärt der Geschäftsbereichsleiter der GPA, Karl Proyer.++++

Der zwischen der BAGS (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) und den Gewerkschaften GPA, HGPD und HTV abgeschlossene Kollektivvertrag schafft eine bundesweite Struktur, durch die mehr als 200 betrieblich unterschiedliche Betriebsvereinbarungen durch ein einheitliches Gehaltsschema mit neun Verwendungsgruppen abgelöst werden. Der Kollektivvertrag beinhaltet unter anderem auch die etappenweise Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 38 Stunden und eine Sabbaticalregelung.

"Die in der BAGS vertretenen Arbeitgeber haben durch ihre Zustimmung zum bundesweiten Kollektivvertrag ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein für die positive Entwicklung der für die gesamte Gesellschaft so wichtigen Sozial- und Gesundheitsberufe gezeigt. Diese Verantwortung muss nun auch von der öffentlichen Hand (Bund und Länder) eingefordert werden. Als Fördergeber sind die Länder an der Reihe, die Vereine mit jenen finanziellen Ressourcen auszustatten, die es ihnen ermöglicht, den Beschäftigten die im Kollektivvertrag verankerten Standards zu gewähren", erklärt GPA-Wirtschaftsbereichssekretär Reinhard Bödenauer.

Eine weitere wichtige Forderung betrifft die Verbesserung der Ausbildungssituation. Derzeit gelten für die verschiedenen Gesundheits- und Sozialberufe je nach Bundesland unterschiedlichste Ausbildungsstandards und -gesetze. Die verschiedenen Ausbildungen werden nicht anerkannt und es gibt somit nur eingeschränkte Möglichkeiten der Entwicklung individueller Karriereperspektiven. "Die Schaffung einheitlicher Ausbildungsstandards und deren bundesweite Anerkennung ist ein essentieller Schritt zur tatsächlichen Verbesserung der Arbeitssituation der Beschäftigten. Durch einheitliche Standards würde man die Mobilität der Beschäftigten, nicht nur innerhalb Österreichs, sondern auch in der EU beträchtlich erhöhen. Die Umsetzung der 15a-Vereinbarung für Sozialbetreuungsberufe wäre dabei ein wichtiger erster Schritt. An sich ist es begrüßenswert, dass sich die Bundesregierung in einer Imagekampagne für die Attraktivierung der Sozialberufe einsetzt. Will man diese Berufe jedoch für junge Menschen wirklich attraktiver machen, dann ist neben der Sicherstellung der Finanzierung die Schaffung einheitlicher Standards in der Ausbildung unerlässlich", so GPA-Geschäftsbereichsleiter Karl Proyer abschließend.

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ÖGB, 8. Juli 2004 Nr. 494

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