OeNB - OeNB und FMA publizieren Leitfäden zu den Themen "Ratingmodelle" und "Kreditrisikomanagement"

Aufsicht stellt internationale Best-Practice-Ansätze vor

Wien (OTS) - Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und Finanzmarktaufsicht (FMA) haben heute Band 2 und 3 der gemeinsamen, zehnbändigen Leitfadenreihe zum Themenkomplex "Kreditrisiko" vorgelegt. Nach dem von der Kreditwirtschaft äußerst positiv aufgenommenen Band 1 "Best Practice im Risikomanagement von Verbriefungen" liegen damit nun auch die Darstellung der internationalen Best Practice zu den Themen "Ratingmodelle und -validierung" und "Institutsinterner Kreditgabevergabeprozess und Kreditrisikomanagement" vor.

OeNB-Direktoriumsmitglied Josef Christl und FMA-Vorstand Andreas Grünbichler unterstreichen dazu, dass es Ziel dieser Leitfadenreihe sei, "vor dem Hintergrund der rasanten Änderungen im Bankgeschäft sowie des jüngst finalisierten neuen Baseler Eigenkapitalakkords im Dialog mit den Beaufsichtigten zu einem gemeinsamen Verständnis beizutragen, wie den daraus erwachsenden neuen Herausforderungen am Besten zu begegnen sei."

Intention des Bandes "Ratingmodelle und -validierung" ist es laut Univ. Doz. Dr. Christl, den Banken, die einen IRB-Ansatz (Internal Ratings Based Approach: ein auf internen, d.h. bankeigenen Ratings basierender Ansatz) anwenden wollen, Hilfestellungen bezüglich der Umsetzung von internen Kreditrisikomodellen zu geben. Dazu beschreibt er einerseits jene Schritte, die notwendig sind, um ein Ratingmodell möglichst effizient zu entwickeln. Andererseits werden auch Verfahren vorgestellt, die eine quantitative und qualitative Validierung von Ratingmodellen ermöglichen.

Mit dem Band "Kreditvergabeprozess und Kreditrisikomanagement" soll dem gesteigerten Informationsbedürfnis der Kreditinstitute vor dem Hintergrund der Vorbereitungen auf Basel II Rechnung getragen werden. Die als Folge von Basel II aktuell verstärkt erfolgende Neuorganisation der Prozesse und zugehöriger Organisationsstrukturen in vielen Kreditinstituten wird darin thematisiert. Dabei soll der Leitfaden Kreditinstituten als beispielhafter Anforderungskatalog bei der Beurteilung bestehender Prozesse sowie ihres Kreditrisikomanagements dienen und Anhaltspunkte für die zukünftige Ausgestaltung dieser Prozesse liefern.

FMA-Vorstand Grünbichler betont, dass es sich bei den Publikationen dieser Leitfadenfadenreihe aber "um keine verbindliche Rechtsauslegung durch die Aufsicht handelt, sondern diese eine Serviceleistung für die Banken darstellt, um diesen aufzuzeigen, was derzeit international state-of-the-art ist." In diesem Sinne seien die Banken "insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der FMA-Mindeststandards für das Kreditgeschäft und anderer Geschäfte mit Adressenausfallrisiken´, die demnächst der Kreditwirtschaft unterbreitet werden, eingeladen, die für sie wesentlichen Teile zu identifizieren und als Orientierungshilfe für die organisatorischen Herausforderungen zu nutzen"; so FMA-Vorstand Grünbichler.

Im Herbst 2004 wird die Leitfadenreihe mit Publikationen zum Thema "Kreditrisikomindernde Techniken" abgeschlossen, wobei jeweils ein eigener Band auf den individuellen Rahmenbedingungen in Österreich, Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Slowenien aufbaut. Diese Leitfäden werden von FMA und OeNB gemeinsam mit Spezialisten aus den jeweiligen Ländern erarbeitet, wodurch laut Direktoriumsmitglied Christl eine höchstmögliche Berücksichtigung von lokalem Know-how gewährleistet wird, ohne dass die Interessen der österreichischen Kreditindustrie vernachlässigt werden.

Alle Leitfäden können in Printversion von der OeNB oder der FMA angefordert werden. Sie stehen aber auch in elektronischer Form als Downloads auf den Web-Sites von OeNB (www.oenb.at) und FMA (www.fma.gv.at) zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (++43-1) 404 20 DW 6666
http://www.oenb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB0001