Eltern müssen für die falsche Schulpolitik der Regierung tief in die Tasche greifen

Linz (OTS) - Jedes Jahr geben Oberösterreichs Eltern mehr als 36 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Sie müssen damit jene Defizite ausgleichen, die die Sparpolitik der Bundesregierung in Österreichs Schulen verursacht hat. Statt die Eltern zu schröpfen, sollten Förderunterricht und ganztägige Schulformen ausgebaut werden, fordert AK-Präsident Kalliauer.

Wenn in diesen Tagen an Oberösterreichs Schulen die Zeugnisse verteilt werden, ist in manchen Familien die Vorfreude auf die Ferien getrübt. Rund 6.000 Mal steht nämlich ein "Nicht Genügend" im Zeugnis, für viele heißt es in den Ferien für die Nachprüfung lernen. Betroffene Eltern sind oft gezwungen Nachhilfeunterricht bei Privatlehrern oder Lerninstituten zu kaufen. Rund 40 Prozent aller Schüler nehmen irgendwann während ihrer Schullaufbahn Nachhilfe in Anspruch.

Nachhilfe ist nicht billig. Jedes Jahr werden alleine in Oberösterreich mehr als 36 Millionen Euro dafür ausgegeben, Tendenz steigend. Eine Nachhilfestunde bei Privatlehrern - zumeist Studenten oder Lehrer - kostet laut Erhebungen der AK Wien durchschnittlich rund 18 Euro. Die Stunde Einzelunterricht bei einem Lerninstitut schlägt sich im Schnitt mit 28 Euro zu Buche. Gruppenunterricht in Instituten ist billiger, die Stunde kostet durchschnittlich 13 Euro. Intensivkurse während der Ferien kosten als Einzelunterricht 24 Euro pro Stunde, für Unterricht in Kleingruppen sind 11 Euro pro Stunde zu zahlen.

"Die Eltern der Schüler müssen hier für die falsche Bildungspolitik der Bundesregierung bezahlen", ärgert sich Fritz Bauer, Leiter der Abteilung Bildung der AK Oberösterreich. "Ministerin Gehrer fährt seit Jahren einen rigiden Sparkurs. Stundenkürzungen und das Streichen von Förderunterricht machen es schwierig, die immer höheren Anforderungen zu erfüllen. Wer es sich leisten kann, kauft privat Bildung für seine Kinder. Sozial schlechter Gestellte können da nicht mithalten."

Oberösterreichs AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher, dass das Sparen im Schulbereich beendet wird. "Die Stundenkürzungen müssen zurückgenommen werden, um unseren Kindern und Jugendlichen die beste Ausbildung geben zu können. Auch muss für jene, die es brauchen, Förderunterricht angeboten werden. Am besten geht das in der Ganztagesschule, wo es am Nachmittag Zeit zum Lernen gibt. Besser, die Schüler lernen in der Schule, als dass die Eltern teure Nachhilfestunden zukaufen müssen."

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