- 06.07.2004, 14:27:51
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RFJ Bundesgeschäftsführer Amhof: Acht Monate sind gerade noch genug
Nikolaus Amhof spricht sich gegen Wehrdienstverkürzung aus
Wien (OTS) - Die Intention der Heeresreform geht richtigerweise
von einer geänderten Bedrohungslage aus, zieht aber die falschen
Konsequenzen. Die Gefahr kriegerischer Konflikte hat im letzten
Jahrzehnt eher zu-, nicht abgenommen, gibt Nikolaus Amhof dem
obersten Sicherheitsberater Österreichs, Sektionschef Erich Reiter
recht, wenn dieser von der gefährlichsten aller Welten spricht, in
der wir gerade leben. Insoferne ist der Vorstoß von Kanzler Schüssel
nicht nur eine Brüskierung des Koalitionspartners, der wieder nicht
in die Entscheidung eingebunden wurde, sondern auch sachlich
fragwürdig.
Da eine Professionalisierung des Bundesheeres mit vermehrt
internationalen Einsätzen geplant ist, stellt sich die Frage wie dies
durch eine kürzere Ausbildung erreicht werden soll. Der Gedanke einer
reinen Berufsarmee hingegen ist nicht nur unfinanzierbar, sondern
widerspricht auch der freiheitlichen Grundeinstellung, daß alle
Staatsbürger den eigenen Staat gemeinsam verteidigen sollen. Da die
Mehrzahl der FPÖ-Jugend eine Verkürzung des Wehrdienstes ausdrücklich
ablehnt, fordert der Bundesgeschäftsführer des RFJ die
Regierungsverantwortlichen der FPÖ, insbesondere Staatssekretär Karl
Schweizer auf, vor Entscheidungen das Gespräch mit den Betroffenen,
nämlich den Jugendlichen, zu suchen.
Eine derartige Verkürzung der Ausbildung hält Amhof, der über
jahrelange Berufserfahrung im Bundesheer verfügt und in der
Heeresreformkommission mitarbeitete, für eine Gefährdung unserer
Soldaten, vor allem bei Auslandseinsätzen, und somit nicht
verantwortbar. Der zunehmenden Bedrohung durch den Terrorismus muß
durch eine entsprechende Milizkomponente zum Heimatschutz Rechnung
getragen werden, da bei verstärktem internationalen Engagement auch
mit Anschlägen in Österreich gerechnet werden muß.
Dem Vorschlag eines Sozialjahres für Mädchen kann Nikolaus Amhof
hingegen einiges abgewinnen: Das ist eine alte Forderung des RFJ.
Doch sollte die Dienstdauer für Mädchen nicht länger als der
Präsenzdienst dauern und im Zeitalter der Gleichberechtigung auch
verpflichtend eingeführt werden.
OTS0142 2004-07-06/14:27
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