Sallmutter: Erfolgsstory Fachhochschule bekommt zunehmend dunkle Flecken

GPA befürchtet Stagnation im Fachhochschulbereich

Wien (GPA/ÖGB). (OTS) - "Die langjährige Erfolgsstory Fachhochschule nimmt derzeit eine wenig zufrieden stellende Entwicklung. Im Herbst wird es keine zusätzlichen Studienplätze für AnfängerInnen geben und nach dem neuen Fachhochschulentwicklungsplan wird der Ausbau in den nächsten fünf Jahren nur noch mit halber Geschwindigkeit fortgeführt. Statt Nischen brauchen wir einen Ausbau bestehender erfolgreicher Studiengänge", betont Hans Sallmutter, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, aus Anlass des heute von Bildungsministerin Gehrer und dem Vorsitzenden des Fachhochschulrates Claus Raidl, in Anwesenheit der schwarz/blauen Bildungssprecher, abgegebenen Resümee über 10 Jahre Fachhochschule.++++

Viele Aussagen im aktuellen Fachhochschul-Entwicklungsplan finden sich schon in den Entwicklungsplänen I und II. "Diese Schwerpunkte erneut aufzunehmen, zeigt ihre mangelhafte Erfüllung in den letzten zehn Jahren", betont Sallmutter. "So sind Studierende ohne traditionelle Matura und berufstätige Studierende bereits zum dritten Mal ein Schwerpunkt und ihr Anteil geht in den letzten Jahren sogar zurück."

"Österreich braucht eine deutliche Steigerung des Anteils an Höherqualifizierten, der durch einen starken Beitrag der Fachhochschulen angehoben werden soll, das müsste besonders der Industrielle Claus Raidl wissen. Statt Jubelmeldungen und leere Absichtserklärungen abzugeben, sollte Ministerin Gehrer klare Ziele vorgeben und die Verantwortung für den Ausbau der Fachhochschulen übernehmen. Von rund 92.000 BewerberInnen sind in zehn Jahren über 55.000 abgewiesen worden", kritisiert Sallmutter.

Unklare Vorgaben aus dem Ministerium und die Überwälzung eines zunehmenden Teils der Finanzierung auf Länder und Gemeinden verstärken den Wildwuchs im Fachhochschulbereich. Es gibt zu viele Studiengänge, die in hoch spezialisierten Richtungen ausbilden. Sallmutter: "Die Suche der Nische in der Nische führt zwangsläufig in die Sackgasse." Die Einführung des Bakkalaureats- und Magisterstudiums unter Beibehaltung der Diplomstudiengänge zersplittert dieses Angebot noch einmal. Hinzu kommt, dass durch die extreme Spezialisierung die Mobilität dieser hoch qualifizierten ArbeitnehmerInnengruppe am Arbeitsmarkt stark eingeschränkt wird. Die GPA fordert, dass bei den Fachhochschul-Studiengängen bestehende, erfolgreiche Studiengänge ausgebaut werden, anstatt durch immer neue Ausbildungen in Nischen und weitere Spezialisierung den Sektor unübersichtlich und undurchlässig zu gestalten. Beim inhaltlichen Angebot soll der Sozial- und Gesundheitsbereich stärker für FH-Angebote geöffnet werden. Die Überführung der medizinisch-technischen Akademien in Fachhochschul-Studiengänge soll von den beiden zuständigen Ministerien zügig umgesetzt werden. "Die Verantwortung für die Finanzierung der FH-Studienplätze als Angebot der tertiären Ausbildung in Österreich ist seitens des Bundes zu übernehmen und die seit zehn Jahren unveränderten Fördersummen des Bundes muss deutlich angehoben werden, um eine Qualitätssteigerung in Bezug auf Lehre und Forschung zu erreichen", fordert der GPA-Vorsitzende abschließend.

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ÖGB, 6. Juli 2004 Nr. 489

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