Tumpel: Fachhochschulbereich darf nicht stillstehen!

Wien (OTS) - Den Ausbau der Fachhochschulen auf 10.000 AnfängerInnenplätze in den nächsten fünf Jahren verlangt AK Präsident Herbert Tumpel. "Nach der zehnjährigen Aufbauphase haben sich die Fachhochschulen als zukunftsorientierte und praxisbezogene Ausbildungsstätten etabliert. Doch im heurigen Herbst werden keine zusätzlichen Studienplätze für AnfängerInnen finanziert, der neue Fachhochschul-Entwicklungsplan führt den Ausbau in den nächsten fünf Jahren nur noch im halben Tempo fort." Viele der Schwerpunktsetzungen für die kommende Entwick-lungsstufe der Fachhochschulen waren schon in den Entwicklungsplänen I und II enthalten. Die Ministerin soll jetzt klare Zielwerte definieren und die notwendigen Maßnahmen dafür setzen. "Studierende ohne traditionelle Matura und berufstätige Studierende sind zwar weiterhin ein Schwerpunkt, ihr Anteil geht in den letzten Jahren aber zurück", kritisiert Tumpel.

Im Bundesdurchschnitt kommen in den zehn Jahren der Fachhochschulentwicklung zwei bis drei BewerberInnen auf einen freien Platz. Von den fast 92.000 BewerberInnen seit Bestehen der Fachhochschulen wurden nur knapp 37.000 aufgenommen, also über 55.000 abgewiesen. Mit diesem Potential könnte Österreich allerdings als Wirtschaftsstandort klar punkten. Die AkademikerInnenquote soll durch einen starken Beitrag der Fachhochschulen angehoben werden. Deshalb fordert die AK eine Fortsetzung des jährlichen Ausbaus von 600 neuen Plätzen im FH-Bereich. Im Jahr 2010 soll ein Viertel der StudienanfängerInnen im Hochschulsektor an einer Fachhochschule beginnen. Diese Erhöhung soll ganz wesentlich durch mehr Plätze für Berufstätige und eine verstärkte Einbindung von BewerberInnen mit Lehrausbildung und mit Berufsqualifikationen erfol-gen.

Weiters fordert die AK eine Eindämmung des "Wildwuchses" im Fachhochschulbereich. Es gibt zuviele Studiengänge, die nur eine kleine Gruppe in hoch spezialisierten Richtun-gen ausbilden. Die Einführung des Bakkalaureats- und Magisterstudiums zersplittert die-ses Angebot noch einmal. "Bestehende, erfolgreiche Studiengänge müssen ausgebaut werden, statt durch immer neue Ausbildungen in Nischen und weitere Spezialisierungen die Bildungswege unübersichtlich zu gestalten", sagt Tumpel. Bestehende Standorte müssen durch Schwerpunkte gestärkt, neue Standorte vermieden werden. Beim inhaltlichen Angebot soll der Sozial- und Gesundheitsbereich stärker geöffnet werden.

Weiters muss die Finanzierung der Fachhochschulen gesichert sein. Der Rückzug des Bundes aus der Finanzierung geschieht nicht nur durch die halbierte Anzahl von Studienplätzen, sondern auch indem Länder und Gemeinden immer mehr Kosten übernehmen. "Die Finanzierung der FH-Studienplätze in ausreichender Zahl muss Aufgabe des Bundes bleiben", verlangt Tumpel.

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