KFV: HANDYTELEFONIERER HABEN GLEICHE KONZENTRATIONSPROBLEME WIE ALKOLENKER

Verkehrssicherheitsexperten raten dringend vom Telefonieren am Steuer ab. Freisprecheinrichtung hin oder her: Der Gesprächsinhalt ist das ablenkende Kriterium.

Wien (OTS) - Vor fünf Jahren (1. Juli 1999) erteilte die Österreichische Legislative dem Telefonieren am Steuer ohne entsprechende Freisprecheinrichtung eine Absage. Das sogenannte Handyverbot erweist sich aber häufig als - von den Autofahrern - zu wenig ernst genommen. Dabei ist Telefonieren im Straßenverkehr immer mit einer gehörigen Ablenkung verbunden, die wiederum verzeiht der heutige Verkehr kaum. Experten des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) halten fest, dass die Beeinträchtigung und die damit verbundene Unkonzentriertheit durch das Telefonieren am Steuer einer Alkoholisierung gleichkommt. Die Devise lautet: Handy weg vom Steuer! Gespräche sollten beim Autofahren prinzipiell auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden, denn: "Telefonieren lenkt ab". Wenn es aber gar nicht anders geht, dann sollte nur mit Freisprecheinrichtung telefoniert werden! "Die Inhalte eines Gesprächs können im schlimmsten Fall für den berühmten Sekundenbruchteil für Irritation sorgen, der fatale Unfälle nach sich zieht", weiß Dr. Othmar Thann, Geschäftsführer des KfV.

Telefonieren am Steuer schadet der Gesundheit
Eine viel diskutierte Frage unserer Zeit, nämlich ob Mobiltelefone die Gesundheit gefährden können lässt sich im Straßenverkehr ganz eindeutig beantworten: Ja. Schlimmer noch, es ist nicht nur die eigene Gesundheit die man leichtfertig aufs Spiel setzt, auch andere Verkehrsteilnehmer werden dadurch einer latenten Gefahr ausgesetzt. Internationale Konzerne (wie zum Beispiel aus der Erdölindustrie) tragen den Erkenntnissen Rechnung und sprechen firmenintern die Maxime aus: Hände weg vom Telefon am Steuer. Derartige Unfälle schaden dem Prestige.

Österreichs Strafen im internationalen Vergleich zu gering
Mit einem Bußgeld von 21 Euro ist der "Handysünder" in Österreich noch bestens bedient, denn im internationalen Vergleich gibt es kaum Länder, die noch geringere Strafmandate ausstellen. Ein Blick in einige Nachbarländer genügt: Doppelt so teuer wird es schon in Slowenien wo dieses Vergehen 45 Euro kostet, noch teurer in der Schweiz (67 Euro) und Ungarn, wo der Griff zum Telefon beim Fahren bis zu 125 Euro kostet.

Risiko neun Mal so hoch
Internationale Studien haben ergeben, dass das tödliche Unfallrisiko beim Telefonieren am Steuer neunfach so hoch ist, wie ohne Handy. Die Reaktionszeit beträgt mit Handy 0,52 Sekunden, ohne Handy 0,37 Sekunden. Wer während der Fahrt telefoniert, begeht 40 Prozent mehr Fahrfehler, mit einer Freisprecheinrichtung sind es noch immer 28 Prozent. Sowohl für Handy als auch für "handfree" gilt: Emotional Aufregendes stört - es kommt zur Reaktionszeitverlangsamung. Ungeschützte Verkehrsteilnehmer haben ein schweres Los zu tragen: Nur 26,9 Prozent Handytelefonierer halten vor dem Schutzweg an, bei Fahrern ohne Telefon sind es zumindest 40,4 Prozent.

Steirer sind Freisprech-Muffel
Laut einer KfV-Studie aus der Steiermark gibt die Mehrzahl jener Befragten, die ihr Handy mitführen und auch einschalten (89,5%) an, beim Autofahren auch zu telefonieren. 12,6 Prozent davon telefonieren laut eigenen Angaben nie. Weiters hat die Studie ergeben, dass Männer im Gegensatz zu Frauen ihr Handy im Auto häufiger eingeschaltet haben und auch häufiger davon Gebrauch machen als Frauen. 44,8 Prozent der befragten Personen besitzen eine Freisprechanlage. Im Jahr 1999 besaßen 59,6 Prozent der befragten Lenker eine Freisprecheinrichtung. Fazit: Ein Rückgang um 25 Prozent! Das gesetzliche Handy-Verbot am Steuer hat für viele Fahrer offenbar reinen Empfehlungscharakter.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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