"Neues Volksblatt" Kommentar: "Mensch" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 6. Juli 2004

Linz (OTS) - =

Österreich bangt um Thomas Klestil. Die Gedanken der Österreicherinnen und Österreicher - in vielen Fällen auch deren Gebete - sind beim schwer kranken Staatsoberhaupt. Im Besonderen gilt die Anteilnahme der Familie des Bundespräsidenten.
Man wusste, dass Thomas Klestil immer wieder gesundheitliche Probleme hatte. Trotzdem ist der jetzige Zusammenbruch des ersten Mannes im Staat, der kurz vor seiner Pensio-
nierung steht, ein Schock.
Ein Schock, der aber - bei aller Tragik - eines zeigt: Es gibt Situationen, in denen politische Alltagsquerelen und scheinbar unüberbrückbare ideologische oder persönliche Gegensätze plötzlich nebensächlich werden. Situationen, in denen es nur mehr um den Menschen geht. In denen die Relationen zwischen wichtig und unwichtig wieder zurechtgerückt werden. Mit den von Herzen kommenden Genesungswünschen für Thomas Klestil darf daher auch der Wunsch an die Politik verbunden werden, sich im Alltagsgeschäft öfter zu vergegenwärtigen, dass man es beim Gegenüber nicht nur mit einem politischen Funktionär, sondern mit einem Menschen zu tun hat.

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