Sommercampus: Zukunftsforschung am Prüfstand

Wien (OTS) - Eine hochkarätige Expertenrunde diskutierte heute
beim Sommercampus der Politischen Akademie der ÖVP das "Geschäft mit der Zukunft". Dabei gingen Lothar Grabner (Volkswagen AG), Peter Kampits (Institut für Philosophie), Rudolf Brettschneider (Fessel & GfK-Institut), Juan-Carlos Wuhrmann (Fa.Henkel), Andreas Reiter (ZTB Zukunftsbüro und Josef Trappel (Universität Zürich) - moderiert von Theodor Faulhaber - den Fragen nach den großen Trends und ihren Konsequenzen für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft nach.

Kampits: Kein Unterschied zum Orakel von Delphi

Der Wiener Philosoph Peter Kampits kritisierte, dass "zwischen dem Kaffeesudlesen, den Prophezeiungen der Zigeunerinnen, dem Orakel von Delphi und unseren Zukunftsprognostikern kein allzu großer Unterschied besteht." Die Prognosen der Trend- und Zukunftsforscher seien zudem sehr allgemein formuliert, es handle sich vielfach um "lineare Extrapolationen der Gegenwart."

Reiter: Zukunftsforschung ist "zweitältestes Gewerbe der Welt"

Der Zukunftsforscher Andreas Reiter erklärte, dass Kulturpessimismus und Fortschrittsfähigkeit Europa kennzeichneten. Die US-amerikanische Kultur wolle hingegen stets zu neuen Ufern aufbrechen, sei dafür aber wenig nachhaltig. Reiter betonte die Zukunftsfähigkeit des asiatischen Raums, der seine "Expansion spirituell unterfüttert." Zukunfts- und Trendforschung seien eine wichtige Dienstleistung, da in Unternehmen und Gesellschaft ein enormes Bedürfnis nach Orientierung bestehe. Die Zukunftsforschung sei aus seiner Sicht das "zweitälteste Gewerbe der Welt", meinte Reiter.

Grabner: Marken reduzieren Komplexität

Lothar Grabner, "Zukunfts-Experte" der Volkswagen AG, erklärte am Beispiel der Automobilindustrie die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Zukunft. Man brauche für Entscheidungen eine Informationsplattform, um den Irrtum durch den Zufall zu ersetzen.

"Unsere Investitionen binden uns schließlich auf viele Jahre", sagte Grabner. Die Herausforderung bestehe vor allem darin, in Alternativen zu denken und das Spektrum an Möglichkeiten anzuzeigen. Der VW-Experte betonte die Wichtigkeit von Kooperationen und Synergien, um ein "win-win-Spiel" zu ermöglichen. In der Automobilindustrie werde sich eine Vielzahl an Produkten etablieren, so seine Zukunftsprognose. Diese Vielfalt werde durch Marken gesteuert werden, welche die Komplexität reduzierten, so Grabner. (Fortsetzung)

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