Ausstellung "ART DÈCO SCHMUCK"

Kunststoff in seiner schönsten Form - P.S.K.Kassensaal, Georg-Coch-Platz 2, 1018 Wien, 7. Juli bis 3. September 2004

Wien (OTS) - Ausgewählte Schmuckstücke des Art déco aus Kunststoff und Chrom stehen im Mittelpunkt der Sommerausstellung der Österreichischen Postsparkasse - Beispiel dafür, wie sehr chemische Erfindungen die Alltagskultur seit über 100 Jahren auch im künstlerischen und ästhetischen Sinn prägen.

Längst gehört Modeschmuck als kulturelles Phänomen des industriellen Zeitalters wie selbstverständlich zu unserem Alltag. Gesellschaftsfähig wurde er in den 1920er und 1930er Jahren durch die französische Haute Couture, wo bedeutende Modeschöpfer wie Coco Chanel ihn als ergänzendes Accessoire zum absoluten Muss für jede Frau erhoben, die modisch gekleidet sein wollte.

Farbiger Kunststoff, Chrom und eine geometrische Formensprache, die die typischen Bauhaus-Element Quadrat, Kreis und Kegel aufgriff -vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise der späten 20er Jahre beflügelten neue Herstellungsverfahren Kreativität und Gestaltungslust der Mode- und Schmuckdesigner.

Die Ausstellung zeigt 180 Objekte der 1873 gegründeten Ketten- und Bijouteriewarenfabrik Jakob Bengel in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), die bisher in der Fachwelt als "französischer Schmuck" eingestuft wurden. Unzählige Entwürfe in gut erhaltenen Musterbüchern belegen einen unglaublichen Formenschatz, den man über einen Zeitraum von wenigen Jahren geschickt zu nutzen verstand. Mit dem Kapital verschiedenster Kettenmuster - wie Panzer-, Venezianer-und Königsketten, Erbs- und Garibaldi-Ketten, Sklavenketten, Röhren-

und Stäbchenketten - wurde mit teilweise mit selbst konstruierten Maschinen und Werkzeugen ein breites Schmuckspektrum gefertigt.

Den verchromten und vernickelten Kettenteilen setzte man alle erdenklichen geometrischen Elemente aus Galalith entgegen: Kreise und deren Segmente, Kugeln, Kegel, Quadrate, Dreiecke, Rhomben oder Walzen. Aus fein aufeinander abgestimmten Farbtönen oder geschickt gewählten Kontrasten wie Weiß-Schwarz oder Blau-Rot wurde ein Schmuckstück, das den Anforderungen der modebewußten Frau entsprach.

Die Einfachheit und Klarheit dieser Schmuckstücke zeigte sich nicht nur in der formalen Gestaltung, sondern auch in der technischen Verarbeitung. Das Galalith ("Milchstein"), ein heute in Vergessenheit geratener Kunststein aus Lab-Casein, also Milchsäure, erlebte seinen absoluten Höhepunkt in den 30er Jahren, kurz bevor man die Verwendung des Materials zu Schmuckzwecken einschränkte bzw. verbot. Mit Pigmenten eingefärbt, ergaben sich täuschend echt aussehende Schmuckstein-Imitate: blauer Lapislazuli, gelber Bernstein oder rote Koralle. Durch geschickte Fassungen und Knickungen der Galalithsegmente kam man häufig ganz ohne Löten aus. Die Technik des Maschinenzeitalters und das Kunstgewerbe gingen damit eine fruchtbare Verbindung ein.

Die erhaltenen Musterbücher geben Auskunft über Materialverwendung, Produktionsweise, technische Details und Größe der einzelnen Kettenglieder. Sie nennen auch Zulieferfirmen, weisen auf Kostenkalkulationen hin und beweisen letztendlich die grenzenlose Phantasie der Entwerfer. Die in der Ausstellung präsentierten 180 Exponate, hauptsächlich Colliers und Armbänder, belegen den Einfluss dieser außergewöhnlichen Schmuckstücke auf Schmuckdesigner bis zum heutigen Tag.

INFO: Ausstellung: "ART DÉCO SCHMUCK" , Die Firma Jakob Bengel in Idar- Oberstein Ort: Österreichische Postsparkasse, Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien, Großer Kassensaal Ausstellungsdauer: 7. Juli bis 3. September 2004 Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.00 bis 15.00, Donnerstag bis 17.30 Uhr Eröffnung: 6. Juli 2004, 18.00 Uhr durch Dr. Christianne Weber- Stöber, Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Hanau (Einführung) und Sven Boltenstern, Schmuckdesigner, Wien Ausstellungskatalog: Christianne Weber, "Art déco Schmuck" Jakob Bengel 288 Seiten, 22 x 30 cm, 380 Abbildungen in Farbe, deutsch/englisch, Arnoldsche Art Publishers, ISBN 3-89790-179-X Euro 58,00 Verkaufspreis im Buchhandel, Euro 29,90 Sonderausgabe broschiert zur Ausstellung Kataloganforderung (Rezensionsexemplar) und Rückfragen zur Ausstellung: Monika Wenzl-Bachmayer Tel.: 0043 (1) 51400 -33088 monika.wenzl-bachmayer@bawag.com

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