Klagenfurt bekommt Technische Universität

LH Haider: Land finanziert sechs neue Professuren mit 7,2 Mio. Euro bis 2008 vor - Enorme Chancen für Kärntner Unternehmen, Studierende und Universität

Klagenfurt (LPD) - Klagenfurt bekommt eine Technische
Universität. Sechs neue Stiftungsprofessuren an der Universität Klagenfurt werden dazu vom Land Kärnten über den Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) bis zum Jahr 2008 vorfinanziert. Danach sollen sich Universität und Wissenschaftsministerium die Kosten je zur Hälfte teilen. Vorgestellt wurde dieses Konzept heute, Montag, von Bildungsreferent Landeshauptmann Jörg Haider, Uni-Rektor Günther Hödl und KWF-Geschäftsführer Hans Schönegger bei einer Pressekonferenz auf der Universität. Erste Vorlesungen in u.a. Verkehrsinformatik, Media Engineering oder Servicerobotik werden bereits im Sommersemester 2005 abgehalten.

Für den Landeshauptmann wird durch die technische Ausrichtung der Universität Klagenfurt "die neue Zukunft Kärntens positiv erschlossen". So sollen Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und betriebliche Anwendung nunmehr stärker vereint werden, wofür auch der in Bau befindliche Klagenfurter Lakeside Science & Technology Park maßgeblich beitragen werde. Konkret sollen die neuen Stiftungsprofessuren von Land bzw. KWF bis 2008 vorfinanziert werden, wofür rund 7,2 Millionen Euro aufzuwenden seien. Entscheidende Impulse und großes Potential erwartet sich Haider vor allem vom Bereich der Verkehrstelematik. In diesem Zusammenhang sprach er auch das geplante Forschungszentrum des Autobahnerhalters ASFINAG an, das im Lakesidepark einziehen werde. Kärnten, dass bereits auf den Wachstumssektor Technologie, Elektronik und Software setze, entwickle sich hierbei immer mehr zum "Motor in der Alpen-Adria-Region".

Als wichtigen Bestandteil dieses Motors sieht Rektor Hödl die Universität Klagenfurt. Deshalb wolle sich die Bildungsstätte künftig auch als "Alpen-Adria-Universität Klagenfurt" positionieren. Die technische Ausrichtung wertete er als entscheidend für die Entwicklung der Universität. Die "Attraktivität des Standorts und die inhaltliche Attraktivität" der neuen Studienrichtungen sollen gleichermaßen Studenten - auch aus anderen Bundesländern - anlocken. Derzeit liege der Anteil von Studierenden, die nicht aus Kärnten kommen, bei 10,2 Prozent bzw. rund 700 Personen. Diese Zahl könne in drei bis vier Jahren verdoppelt werden, prognostizierte Hödl, denn nun habe die Klagenfurter Uni ein Alleinstellungsmerkmal und könne außerdem durch Anwendungsorientierung punkten.

Für KWF-Geschäftsführer Schönegger findet positive Wirtschaftsentwicklung dort statt, wo es dynamische und technologieorientierte Unternehmen gibt. Dies seien "Stärken, die Kärnten hat" und auf die der KWF baue. Wichtig für Kärnten als "Hightechstandort der Zukunft" seien Ausbildung und Forschung an der Universität sowie den Fachhochschulen in Kooperation mit der außeruniversitären Forschung. In den letzten fünf Jahren habe der KWF in diesem Sinne 3,5 Mio. Euro in Projekte an 34 Kärntner Schulen investiert und auch die technische Qualifizierung der Lehrer vorangetrieben. Ziel der neuen Professuren sei vor allem auch eine Sicherung der Universität Klagenfurt, in weiterer Folge solle dadurch die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen unterstützt werden.

Untergebracht werden sollen die neuen Studienrichtungen im Lakesidepark, wodurch für Haider auch die notwendige Vernetzung von Ausbildung, Forschung und Unternehmensstruktur gegeben ist. Bei der künftigen Studienrichtung "Mobile Systeme" geht es u.a. um drahtlose Kommunikationstechnologien, bei der "Verkehrsinformatik" werden Systeme behandelt, die auf intelligente Art und Weise den Verkehr leiten und ihn so flüssiger und sicherer machen. Bei "Embedded Systems" geht es um Methoden des Systementwurfs, Leistungsbeschreibungen, Tests, usw. "Pervasive Computing" befasst sich mit Hardware-Entwicklungen im Bereich intelligenter Mikrokomponenten, wie etwa körpernahe Interfaces. "Media Engineering" hat die Weiterentwicklung digitaler Medien, Multimedia oder Methoden für die einfache Bedienung von elektronischen Geräten zum Thema. Die "Servicerobotik" schließlich beschäftigt sich mit Servicerobotern für unterschiedliche Anwendungen.

Haider kündigte außerdem an, dass seitens des Landes künftig auch Diplomanten bei ihren Arbeiten stärker unterstützt werden sollen. Die Themen der Arbeiten sollten sich an den Anforderungen der Unternehmen im Lakesidepark orientieren, meinte der Landeshauptmann. Dadurch wären die Studierenden auch direkt in interessante Forschungsprojekte eingebunden. Die finanzielle Unterstützung für die Diplomanten soll 350 Euro betragen. Allgemeines Ziel sei außerdem, der Jugend "gute Ausbildungsmöglichkeiten und eine berufliche Zukunft im Heimatbereich zu bieten". Die Jugendlichen sollten nicht in Kärnten ihre hohe Qualifizierung erhalten und dann anderswo einen Arbeitsplatz suchen müssen, meinte Haider, für den die neuen Technik-Professuren ein wesentlicher Schritt in diesem Sinne sind.
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