AK: Pflegekräfte aus neuen EU-Staaten lösen Probleme nicht

Wien (OTS) - Das Wirtschaftsministerium will durch eine Neufassung der Bundeshöchstzahlenverordnung mehr ausländische KrankenpflegerInnen nach Österreich holen. Die Begutachtungsfrist für einen entsprechenden Verordnungsentwurf ist soeben abgelaufen. Diese Verordnung löst aber das strukturelle Problem bei weitem nicht. Der Bedarf an qualifizertem Pflegepersonal wird weiter steigen. Auch das Wirtschaftsministerium geht von einer zusätzlichen Nachfrage nach + 5.500 Pflegepersonen für das Jahr 2010 und + 18.000 Pflegepersonen für 2020 aus. Gleichzeitig wird aber ein Großteil der BewerberInnen für eine Ausbildung in einer der österreichischen Krankenpflegeschulen mangels ausreichender Anzahl von Ausbildungsplätzen abgewiesen. Es gibt auch viel zu wenige Möglichkeiten, PflegehelferInnen zu diplomierten KrankenpflegerInnen aufzuschulen. Damit ist auch klar, dass der Bedarf im Pflegebereich nicht nur durch eine Öffnung des Arbeitsmarktes abgedeckt werden kann. Die AK fordert, dass in erster Linie Ausbildungsangebote für diese Berufszweige massiv erhöht werden. Es ist unverständlich, dass die Regierung beharrlich eine Erhöhung des Förderbudgets für Pflegeberufe für das AMS verweigert, obwohl ein offenkundiger Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal besteht. Damit wird vielen Arbeit Suchenden die Chance genommen, eine Beschäftigung in einem sinnvollen Beruf zu erlangen. Statt zu fördern, zwingt die Regierung durch Sanktionen die Arbeit Suchenden in schlecht bezahlte Hilfsberufe, während sie auf der anderen Seite einen Mangel an qualifizierten Kräften beklagt. Die geplante Verordnung ist kein geeignetes Mittel, diesen strukturellen Mangel zu beheben. Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels in diesem Bereich stimmt die AK diesem Verordnungsentwurf zwar zu, jedoch nur unter der Bedingung, dass auch die Fördermittel für das AMS aufgestockt werden. Denn nur eine Erhöhung der Ausbildungsanstrengungen kann das strukturelle Problem im Bereich der Pflegeberufe lösen.

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