"Leute mixen sich eigene Heilslehre"

Sommercampus der Politischen Akademie gestartet - "Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn" - größter Sommercampus Europas startet mit Diskussion über "Supermarkt der Identitäten"

Wien (OTS) - "Unsicherheit ein Merkmal unserer Gesellschaft geworden. Daher ist eine Sinnsuche dringend notwendig!" analysierte der Moraltheologe Johannes-Michael SCHNARRER bei der Auftakt-Veranstaltung des Sommercampus der Politischen Akademie. Der größte Sommercampus Europas startete heute, Freitag Nachmittag, mit einer exzellent besuchten Diskussion zum Thema "Supermarkt der Identitäten". Die offizielle Eröffnung des Sommercampus 2004, die vom Direktor Prof. Dr. Günther BUKERT-DOTTOLO vorgenommen wird, erfolgt heute Abend in Anwesenheit von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel.

Holl: Überangebot an Lebenshilfen

Im wahren Überangebot an Lebenshilfen, mit denen der (post)moderne Mensch sich zunehmend konfrontiert sieht, ortete der Religionssoziologe Adolf Holl allerdings nicht nur den Einfluss einer ausschließlich durch Religion geprägten Motivation. Sondern die Antworten auf Sinnerfragen kommen aus verschiedenen Bereichen - etwa der Therapie und dem Sport. Das bringt der Religion, dem traditionellen "Sinnlieferanten" vergangener Zeiten, eine erstaunliche neue Komponente.

Englisch: Privatisierung der Religion

Die Privatisierung der Religion beobachtet der renommierte Vatikan-Journalist Andreas Englisch sogar innerhalb der Katholischen Kirche. Die Leute mixen sich ihre eigene Heilslehre, so Englisch, und das sei das größte Problem der katholischen Kirche. Englisch: "Die katholische Kirche und der Islam werden zeigen müssen, dass Religionen Frieden stiften statt Krieg zu schaffen. Daran werden sie sich messen lassen müssen."

Schnarrer: Wahre Herausforderung - Verbindung mit anderen Kulturen

Woher kommt also das Bedürfnis, nach der Sinnsuche? "Viele haben heute das nostalgische Gefühl, etwas verloren zu haben." Wie tiefgründig dieser Verlust ist, und wie halbherzig die vermeintliche Suche dann ausfällt, stimmt Schnarrer keinesfalls sorgenvoll. "Das Motiv, so oberflächlich es auch sein mag, kann ein Vehikel sein, um zu Sinn zu kommen." Und im Lichte der Globalisierung ist für Schnarrer die Verbindung mit anderen Kulturkreisen die wahre Herausforderung. "Bevor man sich andern stellen kann, muss man sich ja erst mit sich selbst identifizieren."

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