ORF weist behauptete Verstöße gegen Werbebestimmungen zurück

Wien (OTS) - Zu den vom Verband Österreichischer Zeitungen behaupteten angeblichen "ORF-Werbeverstößen" stellt der ORF fest:
Die Vorschriften des Fernsehwerberechts, sowohl des ORF-Gesetzes als auch des Privatfernsehgesetzes, lassen unterschiedliche Auslegungen zu. Dies ist auch notwendig, um der ständigen Weiterentwicklung der Werbewirtschaft und deren Bedürfnissen entsprechen zu können. Die Auslegung dieser Bestimmungen kann nun besonders restriktiv oder besonders liberal erfolgen.

Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Standort Österreich auch hinsichtlich des werberechtlichen Rahmens in Konkurrenz mit den angrenzenden Mitgliedstaaten der EU steht. Eine besonders restriktive Auslegung der innerstaatlichen Werberegeln führt damit zu einer verstärkten Abwanderung von Werbebudgets in die Werbefenster deutscher Privatsender, in denen beispielsweise die inkriminierten Sponsorhinweise in Programmpromotiontrailern selbstverständliche Praxis sind. Der ORF hat sich vor diesem Hintergrund für einen Mittelweg entschieden, der den Zuseherinteressen und seinen wirtschaftlichen Erfordernissen bestmöglich entspricht. Dazu wurden im Dialog mit dem Verband Österreichischer Zeitungen Werberichtlinien definiert, die den Auslegungsspielraum des ORF-Gesetzes näher präzisieren. Diese Werberichtlinien werden seitens des ORF penibel eingehalten.

Zur Einschätzung, dass die aufgelisteten Fälle "offensichtliches Zuwiderhandeln gegen ein bestehendes Gesetz" darstellen, kann man nur gelangen, wenn man eine besonders wirtschaftsfeindliche und restriktive Haltung zum Fernsehwerberecht einnimmt.

Zur relativieren ist auch die Behauptung, dass das Werbevolumen im ORF-Fernsehen besonders hoch sei: Der ORF ist dazu berechtigt, täglich 42 Minuten Werbespots pro Kanal zu senden. Kommerzielle Veranstalter sind demgegenüber berechtigt, täglich 216 Minuten Werbespots zu senden bzw. die Werbezeit auf 288 Minuten zu erhöhen, wenn sie Teleshopping (diese Werbeform ist dem ORF zur Gänze verboten) senden. Der ORF kann damit nur einen Bruchteil seiner Sendezeit vermarkten und hat zudem strikte Beschränkungen bei der Unterbrecherwerbung zu beachten, die für kommerzielle Veranstalter nicht gelten.

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