IV-Symposium: Der Weg in die Wissensgesellschaft führt nur über Life Long Learning (LLL)

Internationales Expertenhearing zum Zukunftsthema Life Long Learning - IV begrüßt LLL-Steuerungsgruppe ab Herbst

Wien (OTS) - (PdI) Ein international besetztes Symposium der Industriellenvereinigung (IV) warf heute die Fragen nach den künftigen Herausforderungen an das Bildungssystem auf, und fand die Antworten in verstärkten und konzentrierten Investitionen in Life Long Learning (LLL). "Diese Investitionen werden gerade auch für den Ausbau, die Stärkung und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich von entscheidender Relevanz sein", so die zentrale Botschaft des Expertenhearings im Haus der Industrie.

IV begrüßt LLL-Steuerungsgruppe

Die Industriellenvereinigung begrüßte die von Bundesministerin Elisabeth Gehrer für Herbst 2004 angekündigte LLL-Steuerungsgruppe ausdrücklich. Die Steuerungsgruppe wird eine umfassende Life Long Learning-Strategie entwickeln.

Neben Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Mag. Monika Kircher-Kohl (Vorstand Infineon), betonten Prof. Dr. Reinhold Weiß (Institut der deutschen Wirtschaft), Prof. Dr. Dieter Lenzen (Freie Universität Berlin), Mag. Thomas Mayr (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) sowie Mag. Holger Heller (IV-Projektleiter LLL), in ihren Statements den enormen Bedeutungszuwachs von Life Long Learning- Initiativen in den nationalen und europäischen Bildungsstrategien.

Bildungsministerin Gehrer präsentierte im Haus der Industrie erste Details der heute ins Leben gerufenen LLL-Steuerungsgruppe, die ab Herbst 2004 zu arbeiten beginnen wird. Sie wird sich vor allem den Aufgaben widmen, strategische Aus- und Weiterbildungszielsetzungen zu definieren und thematische Schwerpunkte zu erarbeiten. Damit werde es gelingen, die arbeitsmarktpolitischen Bildungsmaßnahmen und andere Weiterbildungsangebote noch stärker zu verzahnen, betonte Gehrer.

"Es ist das erklärte Ziel der österreichischen Bildungs- und Wirtschaftspolitik, die kontinuierliche Weiterbildung zu stärken", erklärte Gehrer. Die Bildungsministerin hob hervor, dass ihr Ressort die Budgetmittel für Weiterbildungsmaßnahmen in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert hatte. Das überaus erfreuliche Ergebniss der forcierten Förderung von Lebenslangem Lernen wäre, dass man bereits 2003 die von der EU geforderte Teilnahmequote von 12,5 Prozent der Bevölkerung an LLL-Programmen erreicht hätte, so Gehrer.

LLL: Vom Produktions- zum Innovationsstandort

"Die Industriellenvereinigung sorgt mit ihren bildungspolitischen Initiativen dafür, dass der Brain Train nicht an Österreich vorbeifährt. Vielmehr ist die IV mit ihren LLL-Bemühungen gerade dabei, für Österreich ein Ticket erster Klasse zu lösen - und das Land als Lokomotive in die europäische Spitzenklasse zu führen", brachte Monika Kircher-Kohl, Leiterin der IV-Fokusgruppe LLL, die Bemühungen der IV um einen qualitativ hochwertigen Bildungsstandort auf den Punkt.

Um den Shift vom Produktions- zum Innovationsstandort erfolgreich bewerkstelligen zu können, werden jedoch verstärkte Anstrengungen -neben den Bereichen Neue Technologien sowie Forschung und Entwicklung - vor allem beim Konkurrenzfaktor Aus- und Weiterbildung notwendig sein, betonte Kircher-Kohl. Alle drei Faktoren - vom Wifo als maßgebliche Wachstumstreiber charakterisiert - werden gemeinsam darüber entscheiden, ob Österreich in den nächsten zehn Jahren den Sprung in die europäische Spitzenklasse schafft.

Das österreichische Bildungssystem stehe auf einem überaus tragfähigen Fundament, hob Kircher-Kohl hervor, doch nun müsse man gemäß den LLL-Vorgaben der Europäischen Union damit beginnen, auf dieses Fundament aufzubauen und Hindernisse für Life Long Learning-Initiativen zu beseitigen. Aus Sicht der IV ist insbesondere ein umfassender und in sich abgestimmter LLL-Masterplan, die gezielte Erhebung von Bildungs- und Qualifizierungsbedarf, sowie die bessere Verbindung von Erst- und Weiterbildung prioritär. Umso mehr sei die von Ministerin Gehrer ins Leben gerufene Steuerungsgruppe zu begrüßen, so Kircher-Kohl.

EU-Weiterbildungsquote 2010 von Österreich bereits 2003 erreicht

Welche Herausforderungen aber auch Chancen der demografische Wandel und die damit verbundenen massiven Verschiebungen in der Alterstruktur der Erwerbstätigen für das Bildungswesen bereithält, veranschaulichte Dieter Lenzen, Professor an der Freien Universität Berlin. Zwar am Beispiel Deutschlands, doch auf Österreich übertragbar, skizzierte Lenzen die Herausforderungen, mit einer alternden Bevölkerung leben zu müssen. "Erste Konsequenz des demografischen Wandels müsse es sein", betonte Lenzen, "das abnehmende Potenzial an Erwerbspersonen durch die Erhöhung des Anteils der Hochqualifizierten zu kompensieren." Damit zusammenhängend müsse es auch gelingen, den Anteil der bildungsschwachen Bevölkerung entscheidend zu drücken. Ausgangspunkt seines Konzeptes "Bildung neu denken!" ist ein an fünf Lebens- und Lernphasen orientiertes Bildungssystem, das unter anderem die Etablierung von lebenslanger Lern- und Arbeitsmotivation, die Deregulierung des Bildungswesens und modulare Bildungsinhalte, sowie Bildungskosten als Bestandteil individueller Daseinsvorsorge beinhaltet.

"Dieses Konzept beinhaltet auch wertvolle Anregungen für Österreich" , hob der Bildungsexperte der Industriellenvereinigung, Mag. Holger Heller hervor. Gemäß der Aufforderung der Europäischen Kommission an alle Mitgliedsstaaten, kohärente und umfassende LLL-Strategien zu entwickeln, muss es Österreich bis 2006 gelingen einen Benchmark zu setzen. "Und wir sind auf einem guten Weg", betonte Heller, da Österreich bereits im Vorjahr die von der EU geforderte Weiterbildungsquote von 12,5 Prozent erreicht habe. Dennoch müsse es nun gelten, die Bemühung noch weiter zu intensivieren, um in die europäische Spitzenklasse vorzudringen und das Niveau der Top 3 Länder zu erreichen, so Heller.

Prof. Dr. Reinhold Weiß, Institut der deutschen Wirtschaft, hielt ein "Plädoyer für neue Zeitmuster des LLL". In der Wissensgesellschaft muss es gelingen, die Lernzeiten und die Arbeitszeiten optimal aufeinander abzustimmen, erklärte Weiß. Illustriert an Beispielen deutscher Spitzenunternehmen, zeigte Weiß die Vorteile und Chancen einer "investiven Arbeitszeitpolitik" auf, die es auf betrieblicher Ebene ermöglicht, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen Lernanreize für weitbildungsinteressierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu schaffen.

Wo Österreich im internationalen Vergleich mit seinen Aus- und Weiterbildungsinitiativen momentan steht, zeigt der OECD-Länderbericht zur Erwachsenenbildung und Mikrozensurerhebung. Mag. Thomas Mayr, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, präsentierte beim IV-Symposium die Ergebnisse der Studie.

Mayr hob die vielfältige Angebotsstruktur und die breitgefächerten Weiterbildungsmöglichkeiten in Österreich hervor und betonte, dass es die Arbeitgeber sind, die den Löwenanteil der Finanzierung tragen. "Insgesamt liegt Österreich recht gut", stellte Mayr dem österreichischen System ein gutes Zeugnis aus.

Die Schlussfolgerungen des OECD-Länderberichts bildete mit den Statements der Referenten die Grundlage für die anschließenden Workshops mit Experten aus unterschiedlichsten Bildungsbereichen, Politik und Wirtschaft, in denen die großen Potentiale für LLL im österreichischen Bildungssystem erarbeitet wurden.

Für Rückfragen und Informationen zum IV-Symposium steht Ihnen Mag. Holger Heller (IV) gerne zur Verfügung.
Tel.: 01/711 35-2404, h.heller@iv-net.at

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