Podiumsdiskussion "Migration - Gefahr oder Chance für den Arbeitsmarkt?

Demographische Entwicklung bis 2010 stellt die Wirtschaft vor neue Herausforderungen - Friesl: Überlegte Zuwanderungspolitik soll dem prognostizierten Fachkräftemangel entgegenwirken

Wien (OTS) - (PdI) Seit einigen Jahren befinden sich die
westliche, sogenannte entwickelte Welt und damit auch Europa und Österreich in einer Phase eines wirtschaftlichen Tiefs und damit einhergehend hoher Arbeitslosigkeit. Dennoch können nicht alle offenen Stellen besetzt werden, ca. 28.000 waren es im Mai bei ca. 300.000 arbeitslosen Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmern. In einer Podiumsdiskussion der IV in Kooperation mit dem Standard zum Thema "Migration - Gefahr oder Chance für den Arbeitsmarkt" am 1.7.2004 diskutierten Gudrun Heiden (ISS Facility Services GmbH), Alexander Janda (BM für Inneres, Geschäftsführer Österreichischer Integrationsfonds), Terezija Stoisits (Menschenrechtssprecherin der Grünen) und Michael Wagner-Pinter (Leiter der Synthesis Forschung Ges.m.b.H) die Frage nach der Rolle der Migrantinnen und Migranten in Zukunft in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Fachkräftemangel entgegenwirken

Die Wirtschaftsforschung ist sich einig: Aus demographischen Gründen wird das Arbeitskräftepotenzial am österreichischen Arbeitsmarkt deutlich zurückgehen. Bis 2030 werden uns 560.000 Erwerbstätige fehlen: Und zwar im Bereich der Fachkräfte, insbesondere im Hochtechnologie- und Dienstleistungsbereich. Gleichzeitig wollen wir uns im Sinne des Lissabon-Ziels zum erfolgreichsten Wirtschaftsraum der Welt entwickeln.

Die Industriellenvereinigung (IV) setzt daher gezielt den Schwerpunkt "Zukunft der Beschäftigung", um rechtzeitig mögliche Auswirkungen der gegenwärtigen Trends zu diskutieren und gemeinsame Lösungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft zu suchen und zu finden.
Im Wesentlichen sieht die IV drei Richtungen, wie dem Arbeitskräftemangel begegnet werden kann:

· eine bessere, umfassendere und kreativere Aus- und Weiterbildung · eine bessere Integration von Frauen, Älteren und Behinderten · sinnvolle und liberalere Zuwanderungspolitik mit entsprechenden Anreizen.

Mit der inhaltlichen Auseinandersetzung der Industriellenvereinigung im Bereich der Fremden- und Ausländerbeschäftigungspolitik soll vor allem das Ziel erreicht werden, durch den Zuzug von Schlüsselkräften dem prognostizierten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, betonte Dr. Christian Friesl, Bereichsleiter für Gesellschaftspolitik der IV. Darüber hinaus tritt die Industriellenvereinigung für die effizientere Zusammenarbeit der Behörden bei der Vergabe von Aufenthalts- und Arbeitsrecht ein und vertritt die Auffassung: "Wer hier legal lebt, soll auch hier arbeiten dürfen". Neben Reformen, die den Unternehmen unmittelbar zugute kommen, verlangt die IV auch die Berücksichtigung humaner und sozialer Anliegen. Man muss davon ausgehen, dass das Image Österreichs und seine Fremden- und Integrationsfreundlichkeit für dringend benötigte Fachkräfte ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung der Arbeitskräfte, wohin sie gehen wollen, darstellt. Zuwanderung stellt mitunter eine Gratwanderung dar: sie ist politisch heikel, weil Fremdes verunsichert. Sie ist notwendig, weil sich Wohlfahrtstaat und Wirtschaftswachstum nur mit zusätzlichen Arbeitskräften aufrecht erhalten lassen werden. Sie ist fördernd, weil Neues befruchtet.

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