Trotz Konjunkturaufschwung keine Entspannung am NÖ Arbeitsmarkt

Dramatischer Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit in Niederösterreich

Wien (AKNÖ) - Obwohl die bundesweite Arbeitslosigkeit im Juni mit 0,9 % eher moderat gestiegen ist, sehen die Zahlen für Niederösterreich Besorgnis erregender aus: Nach Bundesländern betrachtet ist Niederösterreich jenes Land, in dem die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr am dritthöchsten gestiegen ist. AKNÖ-Präsident Staudinger fordert daher eine breit angelegte Bildungsoffensive.

33.002 Personen waren im Juni in Niederösterreich arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg um 2,3 %, das sind 701 Frauen und 47 Männer mehr als im Vorjahr. Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen ist die Gruppe der Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren, die auch den höchsten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen verzeichnet: In dieser Gruppe liegt die Steigerung bei 9,1 %.
Nach Geschlechtern betrachtet sind Frauen überproportional stark von diesem Anstieg betroffen: Die höhere Arbeitslosigkeit von Frauen im Alter zwischen Mitte Dreißig und Mitte Vierzig ist in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr besonders augenscheinlich:
Bei Frauen zwischen 35 und 44 Jahren stieg die Zahl der Arbeitslosen um 14,3 %, bei Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren sogar um 21, 7 %.

Arbeitslosigkeit dauert 2,5 Wochen länger

Aber nicht nur die Zahl der Arbeitslosen, sondern auch die Dauer der Arbeitslosigkeit steigt: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Vormerkdauer um 2,5 Wochen verlängert: Die vorgemerkte Arbeitslosigkeit dauert im Juni 2004 durchschnittlich 184 Tage - also länger als ein halbes Jahr.
AKNÖ-Arbeitsmarktexperte Adolf Buxbaum: "Auch die vermeintliche Entspannung am Arbeitsmarkt im Bereich der Jugend- und Altersarbeitslosigkeit ist vor allem statistischer Natur. Über die Teilnahme an JASG-Lehrgängen und Schulungen, die sich als arbeitsmarktpolitische Instrumente bewährt haben, sowie durch den Bezug von Pensionsvorschüssen erscheint die Situation am Arbeitsmarkt viel günstiger als sie tatsächlich ist!".

Schwerer Wiedereinstieg für NÖ Frauen

Als Hauptgrund für die hohe Frauenarbeitslosigkeit in Niederösterreich sieht Buxbaum unter anderem Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg nach der Karenz und die allgemein stärker steigende Arbeitslosigkeit im Niedrigqualifikationssegment. Ausländische Frauen sind in diesem Zusammenhang besonders stark betroffen.
Josef Staudinger, Präsident der AKNÖ, fordert daher verstärkte Hilfe für Niederösterreicherinnen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen: "Die Frauenerwerbsquote muss unbedingt gesteigert werden! Hier ist das Land aufgerufen, die bestmögliche Weiterqualifizierung von Frauen nach der Karenz zu ermöglichen! Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und den Sozialpartnern muss es gelingen, eine breit angelegte Bildungsoffensive in Gang zu bringen. Auch ein Umdenken der Bundesregierung im Bereich der Wirtschaftspolitik ist gefordert, denn nur über eine Stärkung der Massenkaufkraft und Investitionen zur Sicherung der Standortqualität kann ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreicht werden."

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