"Treffpunkt Kultur" am 5. Juli in ORF 2 mit Israelschwerpunkt

Wien (OTS) - Anlässlich des 100. Todestages von Theodor Herzl, dem Begründer des Zionismus, befasst sich "Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 5. Juli 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 in mehreren Beiträgen mit Israel. Neben einem Beitrag über die legendäre israelische Kinderbuchautorin Mira Lobe und einer Spurensuche, was vom Zionismus übrig blieb, begrüßt Moderatorin Barbara Rett als Studiogast den österreichischen Filmemacher Michael Pfeifenberger. Der Regisseur, der an der israelischen Ben-Gurion-Universität unterrichtet, erzählt von seinem äußerst interessanten Filmprojekt: Gemeinsam mit seinen Studenten porträtierte er das Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern. Ein weiterer Gast bei "Treffpunkt Kultur" ist Jazzlegende Al Jarreau, der am 6. Juli im Rahmen des Wiener Jazzfestes in der Wiener Staatsoper auftritt. Ein Porträt über den Jazz-Superstar Al Jarreau ist übrigens auch in "tipp - Die Kulturwoche" am Sonntag, dem 4. Juli, um 10.30 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Studio-Act: Al Jarreau - Der Jazz-Superstar live in "Treffpunkt Kultur"

Keine Frage, Al Jarreau ist ein Star, einer der profiliertesten Jazz-Vokalisten schlechthin. Und doch: Seine Hitalben der vergangenen Jahre schienen ein wenig weichgespült und ragten kaum aus dem Mainstream. Seine neue CD aber markiert gleichermaßen einen Neubeginn wie eine Rückbesinnung. Für "Accentuate the Positive" hat er intensiv im Great American Songbook geblättert und jene Standards eingespielt, die er einst auf dem Weg zur Schule geträllert hatte. Der "jazzigste Jarreau seit seinem Debüt" gibt sich die Presse euphorisch. Am 6. Juli gastiert der Superstar beim Jazzfest Wien in der Staatsoper. Schon tags zuvor absolviert er einen Live-Auftritt in "Treffpunkt Kultur".

Girl-Power: Literatur für junge Leserinnen: Neue Kinder- und Jugendbücher und ihre Autorinnen

Die Trotzköpfe und wildromantischen Pferdenärrinnen, die Gunillas und Hannies & Nannies - sie alle führen nur noch eine Randexistenz in Mutters oder Großmutters Bücherregal aus Kindertagen. Die literarischen Heldinnen für junge Leserinnen von heute sind frech, aufmüpfig - und ziemlich dominant. Da haben ihre männlichen Altersgenossen oft nicht viel zu lachen. Qualitative Kinder- und Jugendliteratur ist immer auch Spiegel gesellschaftlicher Strömungen:
Für Buben scheint es kaum noch klar gezeichnete Rollenbilder zu geben - sie müssen suchen. Dass sie Identifikationsmöglichkeiten nur subkutan schaffen wollen und ihre jungen Leserinnen und Leser nicht mit hochtrabenden Botschaften überfrachten wollen, betonen die Autorinnen Adelheid Dahimène und Lilly Axster. Beide wurden jüngst mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. "Treffpunkt Kultur" stellt die beiden Geschichtenerzählerinnen vor.

Spurensuche: Die legendäre Kinderbuchautorin Mira Lobe und ihr zionistisches Experiment

Um Kindern Geschichten erzählen zu können, müsse man schon "ein Stückerl gelebt haben", sagte einmal die zeitlos gebliebene Jugendbuchautorin Mira Lobe. Tatsächlich musste Hilde Mirjam Rosenthal, Tochter aus bürgerlich-jüdischem Haus, ihr Leben vor den Nazis in Sicherheit bringen. 1936 emigrierte sie nach Israel, schlug sich dort als Arbeiterin und Putzkraft durch. Erst jetzt aufgetauchte autobiografische Texte geben von ihrer Not Zeugnis. Einigermaßen desillusioniert kehrte sie nach Europa - zunächst nach Berlin, dann nach Wien - zurück. Ihre ersten, in Hebräisch verfassten Kinderbücher, lagen damals schon vor. Es folgten Klassiker wie "Die Omama im Apfelbaum", "Das kleine Ich bin Ich" oder "Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel". "Freiheit ist das Beste, was es gibt", sagt einer ihrer Romanhelden. Ihren Lesern die Wirklichkeit näher zu bringen und doch ihre Fantasie auf Trab zu halten, war ihr Verdienst. "Treffpunkt Kultur" folgt ihren Spuren in Israel. Ihre Tochter Claudia Lobe ist live zu Gast im Studio.

Herzls Traum: Was wurde aus dem Zionismus? Eine Standortbestimmung zum 100. Todestag von Theodor Herzl

"Die Regierung Seiner Majestät betrachtet die Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes mit Wohlwollen." Mit dieser Deklaration des britischen Außenministers Arthur James Balfour hatte der Zionismus 1917 einen ersten Triumph erzielt - einen, den sein geistiger Vater nicht mehr erleben sollte: Vor 100 Jahren starb, erst 44-jährig, Theodor Herzl. Es sei ihm große Enttäuschung erspart geblieben, meinte sinngemäß Martin Buber. Noch bitterer räsoniert der israelische Schriftsteller Amos Oz: "An den ursprünglichen Träumen gemessen, hat es noch nie einen größeren Fehlschlag gegeben als den Zionismus." Um nachzusetzen: "Abgesehen vom Christentum natürlich, das eine pazifistische, allein auf Liebe gegründete Welt zu schaffen träumte." Was also wurde aus Theodor Herzls großem Traum? "Treffpunkt Kultur" fragt nach - u. a. beim Schriftsteller Robert Schindel, Ari Rath, dem ehemaligen Chefredakteur der "Jerusalem Post", und bei Yael Dayan, Tochter von General Moshe Dayan und Initiatorin der Friedensbewegung "Peace Now".

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