1035 Anzeigen: Greenpeace-Gegenverkehrswoche voller Erfolg

Mautpreller müssen zur Kasse gebeten werden

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace schließt heute die "Gegenverkehrswoche" ab. Während der vergangenen 5 Tage waren Österreich-weit 61 Greenpeace-Aktivisten in 20 Teams unterwegs, tatkräftig unterstützt von lokalen Bürgerinitiativen. LKW, die als Mautpreller von den Autobahnen auf die Bundes- und Landesstraßen ausweichen, wurden angezeigt: Insgesamt wurden in ganz Österreich rund 1035 LKW bei den Bezirkshauptmannschaften gemeldet. "Die Frächter sind gewarnt, die Fahrverbote auf den Bundesstraßen zu ignorieren", meint Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. "Jetzt liegt der Ball bei den Behörden: Wir brauchen mehr Fahrverbote und weniger Ausnahmen."

Vor Ort stoßen die Umweltaktivisten auf große Unterstützung. Die "Gegenverkehrsteams" berichten von guten Erfahrungen mit Gendarmerie und Bezirkshauptmannschaften. Ein klarer Handlungsauftrag an die Landes- und Bundespolitik. So hat in der Steiermark der freiheitliche Landeshauptfraustellvertreter Schöggl bereits vor Wochen versprochen, "auf den Maut-Ausweichrouten wird es ab Anfang Juli Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr, geben". Eine doppelte Enttäuschung: Einerseits, weil erfahrungsgemäß die Definition von "Ziel- und Quellverkehr" sehr großzügig ausfällt, andererseits sind 7,5 Tonnen ein hohes Limit. Auch der Verkehrsminister setzt laut seiner Homepage auf "Straße vor Schiene":
"Ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer und Verkehrsträger soll gewährleistet werden. Die Straße wird ihren Beitrag dazu leisten."

Dass das nicht der Situation entlang der Bundesstraßen entspricht, zeigt der Greenpeace Lokalaugenschein: Auf der B122 bei Steyr (Oberösterreich) wurden nach nur einer Stunde 100 LKW angezeigt, die anhand der Kennzeichen nicht eindeutig dem Ziel- und Quellverkehr zuzurechnen waren. An der B18 im niederösterreichischen Traisen waren es nach 8 Stunden Zählen insgesamt rund 250 LKW. An der B1 zwischen Wels und Linz wurden alleine in 90 Minuten 163 LKW angezeigt.

Auch auf Ausweichrouten ohne Fahrverbot haben die Teams dokumentiert, wie viele Mautpreller unterwegs sind. An der B20, die von Bruck/Mur über Mariazell und den Annaberg nach St. Pölten führt, haben Greenpeace-Aktivisten im Minutentakt LKW notiert. Das Ergebnis: 80 LKW mit "fremden" Kennzeichen, dazu 54 mit lokalen Kennzeichen in nur 2 Stunden. Auf dem stark befahrenen Wiener Handelskai waren es im Frühverkehr 143 LKW in nur 90 Minuten. "Die Menschen rufen bei uns an und schildern, wie schlimm die Lage ist. Die Politik muss auf die Bevölkerung hören, statt die Interessen der Transportlobby zu vertreten", so Westerhof.

Greenpeace fordert eine Erweiterung der Fahrverbote, eine drastische Einschränkung der so genannten Ziel- und Quellgebiete, strikte Kontrollen auf den Ausweichstrecken sowie eine Verlagerung der Transporte auf die rollende Landstraße. "Es kann nicht sein, dass 40-Tonner den Menschen durch die Wohnzimmer donnern", so Westerhof abschließend.

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Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 01-5454580-33 od. 0664-2407075

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