BM Maria Rauch-Kallat erteilt Arzneimittelversand strikte Abfuhr

Wien (OTS) - Ministerin für ein flächendeckendes, bedarfsorientiertes Apothekensystem in Österreich und den EU-Erweiterungsländern - Apothekerkammer-Präsident Cabana für einheitliche EU-Rahmenbedingungen zum Schutz der Konsumenten

Die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria Rauch-Kallat, erteilte heute, Freitag, dem Arzneimittelversand über das Internet wiederholt eine Abfuhr. "Gerade in einem erweiterten Europa ist es wichtig, dass Patienten verlässliche Partner im Gesundheitssystem haben. Und das sind die Apotheker," unterstrich die Minsterin anlässlich eines erstmaligen Treffens der höchsten Standesvertreter der Apotheker aus den acht neuen EU-Ländern Ungarn, Tschechien, Estland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien und Slowakei in Wien. "Gute, fachmännische Beratung ist über das Internet einfach nicht möglich", sagte Rauch-Kallat vor den rund 30 Standesvertretern, die auf Einladung der österreichischen Apothekerkammer zu einem Arbeitsgespräch in Wien zusammengetroffen sind.

Die EU-Erweiterung sei, so die Ministerin, einerseits eine Chance auch im Arzneimittelwesen stärker zusammenzuwachsen. Andererseits seien gerade im Bereich der Arzneimittelzulassungen große Veränderungen zu erwarten. "Daher ist es ganz besonders wichtig", betonte Rauch-Kallat, "qualifiziertes Fachpersonal in den Apotheken zu haben. Websites können ausgebildete Apotheker nicht ersetzen." Im Zuge ihrer Ansprache bot die Ministerin auch den EU-Erweiterungsländern ihre Hilfe im Erhalt von geregelten, bedarfsorientierten Apothekensystemen an. Rauch-Kallat: "Wir wollen keinen Arzneimitteldiskont und keine Kettenbildungen."

Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, warnte davor, die in Brüssel vielgepriesene Marktfreiheit für Arzneimittel mit "Regellosigkeit" zu verwechseln. "Ich würde mir wünschen, dass alle Gesundheitsminister der EU zu der Einsicht gelangen, dass der uneingeschränkte Arzneimittelversand über das Internet gefährlich ist, und nur die Apotheker die kompetente und fachgerechte Versorgung der Konsumenten gewährleisten können."

Österreichs Apotheken auf einen Blick

In Österreich werden derzeit 1.170 öffentliche Apotheken von selbständigen Apothekerinnen und Apothekern geführt. Fast 4.500 Apotheker mit einem abgeschlossenen Pharmazie- Studium stehen der Bevölkerung beratend zur Verfügung. Insgesamt arbeiten in Österreichs Apotheken ca. 12.300 Personen, 90 Prozent davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Apotheken befindet sich am Land und in Kleinstädten, womit die Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheits-Nahversorger erfüllen. Allein im Jahr 2003 wurden in den Apotheken 108 Millionen Kundengespräche geführt und 85 Millionen Packungen, die auf rund 44 Millionen Rezepten verschrieben wurden, überreicht.

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