Muttonen: Zehn brennende Fragen zur Museumspolitik

Wien(SK) SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen nutzte am Freitag den letzten Ausschusstag des Kulturausschusses vor der Sommerpause, um an die dort anwesende Kulturministerin Gehrer und an Museumschef Seipel zehn "brennende Fragen" zu richten. Massiven Aufklärungsbedarf ortet Muttonen vor allem angesichts des Rechnungshof-Rohberichts, zu dem es "noch keine wirklich detaillierten Stellungnahmen" gegeben habe. "Sehr verwundert" zeigte sich die SPÖ-Kultursprecherin über die "Gelassenheit" der Ministerin betreffend der Evaluierung der Bewachungskonzepte der Bundesmuseen. "Weshalb hat diese Evaluierung über ein Jahr in Anspruch genommen, obwohl Ministerin Gehrer nach dem Diebstahl der Saliera im Mai 2003 angekündigt hatte, dass die Sicherheitsvorkehrungen und Sicherheitseinrichtungen der Bundesmuseen 'umgehend' einer genauen Prüfung unterzogen werden sollen?", fragte Muttonen.****

Nicht erklären kann sich Muttonen den Gegensatz zwischen den Angaben Gehrers, wonach sich die Sicherheitsstandards des Kunsthistorischen Museums auf höchstem internationalen Standard befunden hätten und den zuletzt bekannt gewordenen Resultaten des Ermittlungsberichts der Polizei, der schwerwiegende Sicherheitsmängel aufzeigt - und bat die Ministerin um Aufklärung.

"Wurde der Nationalrat in parlamentarischen Anfragebeantwortungen falsch informiert?" so Muttonen - und fragte sich hinsichtlich der divergierenden Angaben über die Zahl der Fehlalarme, des zeitlichen Einsatzes der Alarmanlagen und des Einsatzes der Videoüberwachung wie ernst Gehrer das Parlament überhaupt nehme. "Stimmt es, dass der Sicherheitschef des Kunsthistorischen Museums bereits ein Jahr vor dem Diebstahl eine verbesserte Sicherung verlangt hat, aber kein Gehör fand?", fragte Muttonen nach dem Verantwortlichen hierfür.

In den letzten fünf Punkten sprach die SPÖ-Kultursprecherin Ministerin Gehrer auf konkrete Maßnahmen an, die "dringend umgesetzt werden müssen". So wollte Muttonen wissen, ob der Empfehlung des Rechnungshofes - die Gelder, die für Versicherungsprämien aufgewendet werden, besser für den Einsatz und für den Ausbau der Sicherheitsanlagen in Museen zu verwenden - Rechnung getragen werde.

Eine weitere Frage betraf die im Kulturministerium zur Verfügung gestellten personellen Ressourcen. Muttonen stellte ernsthaft in Frage, ob diese ausreichen, um die entsprechenden Leitlinien für die Museumspolitik des Bundes umzusetzen bzw. um ein Gesamtkonzept zu entwickeln.

Muttonen zeigte sich überzeugt, dass eine Evaluierung der Ausgliederung der Bundesmuseen in den Händen des Rechnungshofes gut aufgehoben wäre und fragte Gehrer, ob sie einem derartigen Prüfauftrag an den Rechnungshof ihre Zustimmung geben würde.

"Wann wird die im Regierungsprogramm angekündigte Gesamtstudie zur Museumslandschaft vorliegen?", fragte die SPÖ-Kultursprecherin - und erinnerte an den schon ein Jahr zurückliegenden Antrag der SPÖ, der dies eingefordert habe.

Sorgen bereitet Muttonen der schwache Museumsbesuch der Bevölkerung - laut Kulturstatistik zufolge besuchten etwa 70 Prozent der Bevölkerung im Verlauf des letzten Jahres kein Museum. Die SPÖ-Kultursprecherin wird von Gehrer deshalb wissen, welche Maßnahmen gesetzt werden, um den Museumsbesuch für breitere Museumsschichten attraktiv zu machen und ob der in Großbritannien gewählte Weg des kostenlosen Eintritts zu den staatlichen Museen für sie ein zeitlich begrenztes Experiment wert wäre.(Schluss)lm

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