Weltfleischkongress in Kanada lobt AMA-Gütesiegel als Beispiel gebend

Europa wird vom Rindfleischexporteur zum -Importeur

Wien (AIZ) - Die USA und Kanada hatten vor rund einem Jahr je
einen BSE-Fall in ihren Ländern zu verzeichnen. Die medialen Turbulenzen waren noch heftiger als in Europa. Die Erzeugerpreise bei Rindfleisch fielen um 50%. Beim Weltfleischkongress, der vor kurzem in Kanada stattfand, wurden die globalen Fleischmärkte diskutiert und Erfolg versprechende Strategien zum Vertrauenswiederaufbau erörtert. In diesem Zusammenhang wurde das AMA-Gütesiegelprogramm positiv hervorgehoben.

Niedrige Rindfleischpreise heizen Konsumfreude der Kanadier an

Im Rahmen des Kongresses, der in Winnepeg/Kanada durchgeführt wurde und unter dem Motto "The World Meat Industrie At A Crossroads" stand, wurden vor allem die beiden BSE-Fälle in den USA und Kanada diskutiert, die seit rund einem Jahr die dortigen Gemüter heftig bewegen. Zwei Jahre nach der BSE-Krise in Europa stehen nun die Amerikaner vor einer vergleichbaren Situation. Die überhitzte mediale Aufmerksamkeit fand in einem Preisverfall bei Rindfleisch bis zu 50% ihren Niederschlag. Gleichzeitig allerdings haben die Kanadier wegen des niedrigen Preises ihren Rindfleischkonsum deutlich gesteigert.

Nordamerikas Rindfleischexporte brachen zusammen

Nordamerika weist im Rindfleischsektor einen Selbstversorgungsgrad von rund 180% auf. Die Branche wird also stark vom Export dominiert. Nach dem Bekanntwerden des BSE-Falles in den USA hat Japan, der wichtigste Exportmarkt für die Staaten, die Grenzen für amerikanisches Rindfleisch dicht gemacht. Nach dem ersten BSE-Fall in Kanada haben wiederum die USA ihre Grenzen für kanadisches Rindfleisch geschlossen. Die Rindfleischproduktion ist ein Hauptstandbein der amerikanischen Agrarproduktion. Dramatische Preisstürze wie nach der BSE-Krise wirken deshalb nachhaltig auf die gesamte Landwirtschaft.

Europa wird zum Rindfleischimporteur

Im Gegensatz zu Nordamerika liefern die Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien Paraguay, Chile, Uruguay) ihr Rindfleisch immer stärker in die Europäische Union. Diese Handelsbeziehungen sind im Mercosur-Abkommen geregelt. Europa war immer ein wichtiger Exporteur von Rindfleisch. Durch die sinkende EU-Produktion und die billige Produktion in den Mercosur-Staaten haben sich die Verhältnisse geändert und Europa wird zunehmend zum Fleischimporteur. EU-Kommissar Franz Fischler bestätigte in seinen Ausführungen im Rahmen des Weltfleischkongresses, dass die Fleischimporte im Jahr 2004 in die EU bereits 158.000 t betragen werden. Zum Vergleich: Die Rind- und Kalbfleischeinfuhren der EU-Staaten aus Drittländern betrugen nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) 1996 rund 80.000 t, im Jahr 2002 rund 132.000 t.

AMA Gütesiegel als Beispiel gebendes Qualitäts- und Kontrollsystem

Beim Weltfleischkongress wurden Konsumentenschutzmaßnahmen für Frischfleisch diskutiert. Richard Brown, Direktor von Stategic Market Research GIRA (einem unabhängigen Marktforschungsinstitut in Frankreich), brachte Beispiele erfolgreicher Qualitätsprogramme, die sowohl Konsumentenwünsche erfüllen als auch der Landwirtschaft zu einem entsprechenden Mehrpreis verhelfen. Dabei hob er das AMA-Gütesiegel als Beispiel gebend hervor.

"Im Vergleich zu anderen Staaten weist das AMA-Gütesiegelprogramm eine starke Marktposition im Inlandsverkauf auf und ist auch in vielen Fällen entscheidend im Aufbau von Exportmärkten. Das Gütesiegel bietet den Konsumenten drei wesentliche Vorteile: eine höhere Produktqualität durch klare Kriterien, eine nachvollziehbare Herkunft und regelmäßige externe Kontrollen zur Sicherstellung der Anforderungen. Das AMA-Gütesiegel hat geholfen, die Fleischqualität in Österreich kontinuierlich zu verbessern. Ohne dieses Gütesiegel wäre der Export im heiß umkämpften europäischen und asiatischen Markt viel schwieriger", betonte dazu der Chef der Abteilung für Qualitätsmanagement in der AMA Marketing, Martin Greßl.
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