ÖAMTC: Heißer Streik-Sommer in Italien - Kein Schadenersatz bei höherer Gewalt

Mit Behinderungen im Reiseverkehr ist zu rechnen

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Urlauber in Italien müssen in nächster Zeit immer wieder mit Beeinträchtigungen im Reiseverkehr wegen Streiks rechnen", weiß ÖAMTC-Touristikexperin Tanja Gems. Derzeit sind in Italien folgende Streiks angekündigt:

  • 24-stündiger Streik im öffentlichen Nahverkehr am Dienstag, 6. Juli 2004
  • 24-stündiger Streik bei der Fluggesellschaft Alitalia am Donnerstag, 8. Juli 2004
  • Fluglotsenstreik an allen italienischen Flughäfen am Dienstag, 20. Juli 2004, von 12 bis 16 Uhr
  • Fluglotsenstreik in Rom am Montag, 6. September 2004, von 12 bis 16 Uhr
  • Streik des Alitalia-Personals am Freitag, 17. September 2004, von 10 bis 18 Uhr

Ob die Streiks auch tatsächlich durchgeführt werden, hängt von entsprechenden Verhandlungen ab und ist daher zum jetzigen Zeitpunkt unsicher. Aktuelle Informationen zu den angekündigten Streiks im Flugverkehr erhält man auch bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia unter http://www.alitalia.at/.

Wann Schadenersatz fällig wird

Muss der Reiseveranstalter eine Pauschalreise wegen eines Streiks kurz vor dem Abflug absagen, bekommt der Urlauber sein Geld zurück. Ansprüche auf Schadenersatz hängen davon ab, wer streikt. Keinen Ersatz gibt es auf jeden Fall, wenn Passbeamte, Fluglotsen oder das Flughafenpersonal streiken. Diese Gruppen stehen mit dem Reiseveranstalter in keinem Zusammenhang, es gilt also "höhere Gewalt". Legt das eigene Personal des Reiseveranstalters oder seiner Leistungsträger wie Hoteliers, Fluglinien oder Autobusunternehmen die Arbeit nieder, fällt dies unter den Risiko- und Verantwortungsbereich des Veranstalters. "Der Betroffene bekommt nicht nur alle geleisteten Zahlungen für die Reise zurück, sondern kann auch Schadenersatz für extra entstandene Kosten wie beispielsweise spezielle Impfungen verlangen", erklärt ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer.

Nicht anders ist die Rechtslage bei Linienflügen: Streiken Dritte, zum Beispiel also Flughafenangestellte, Fluglotsen oder Passbeamte, dann muss der Ticketpreis zurückbezahlt werden. Schadenersatz gibt es keinen. Legen allerdings Angestellte der Fluggesellschaft die Arbeit nieder, macht sich die Airline grundsätzlich schadenersatzpflichtig. "Es sei denn, die Airline kann beweisen, dass sie bei der Nicht-Durchführung des Fluges keine Schuld trifft. Das ist dann der Fall, wenn die Fluggesellschaft Maßnahmen zur Streikvermeidung oder Streikbeendigung gesetzt hat. Auch der Versuch den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, befreit die Airline von der Pflicht zu Schadenersatz", weiß Pfeiffer. In der Praxis wird eine bestreikte Fluggesellschaft in der Regel bemüht sein, die Fluggäste von sich aus umzubuchen, um Schadenersatz-Forderungen zu vermeiden.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Pressestelle
Tel.: (01) 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001