Gentechnik: Schwarzböck für europaweite Regelungen von Koexistenz und Haftung

Interessenvertretung erwartet zusätzliche Marktchancen für gentechnikfreie Produkte

Wien (AIZ) - "Für die österreichischen Landwirte ist der Anbau von GVO-Sorten sowohl ökologisch als auch ökonomisch nicht sinnvoll, solange wesentliche Fragen wie Koexistenz und Haftung nicht geklärt sind. Daher tritt die bäuerliche Interessenvertretung mit Nachdruck dafür ein, diese offenen Fragen europaweit einheitlich zu regeln. Darüber hinaus sind auch auf nationaler Ebene Strategien und Konzepte zu erstellen, die dann zur Anwendung kommen, wenn in der EU in Sachen Gentechnik keine Einigung erzielt wird", stellt der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, fest.

In Österreich werde nun an einer Empfehlung für eine Koexistenz gearbeitet, wobei die Interessen der österreichischen Landwirtschaft und der Wunsch der Konsumenten nach gentechnikfreien Produkten im Vordergrund stünden, da für qualitativ hochwertige, gentechnisch unveränderte Produkte ein Wettbewerbsvorteil zu erwarten sei, zeigt sich Schwarzböck überzeugt.

Die Einrichtung von landesweiten gentechnikfreien Zonen hat die Europäische Kommission untersagt, daher haben bereits einige Bundesländer Gentechnik-Vorsorgegesetze beschlossen. Auch die übrigen Bundesländer sind derzeit dabei, derartige Regelungen zu erstellen, damit rechtzeitig vor der nächsten Anbauperiode die gentechnikfreie Produktion legistisch abgesichert ist.

Wahlfreiheit für Konsumenten

Seit April dieses Jahres ist die EU-Richtlinie zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Organismen in Kraft. Sie sieht vor, dass ab einem Schwellenwert von 0,9% GVO-Verunreinigungen von Lebens- und Futtermitteln entsprechend zu kennzeichnen sind. Dabei ist es unerheblich, ob der GVO-Einsatz im Endprodukt nachweisbar ist oder nicht. Dies heißt, dass jeder Landwirt verpflichtet ist, Informationen über alle in einem Lebensmittel oder Rohstoff vorhandenen gentechnisch veränderten Organismen an die nachfolgende Verarbeitungsstufe weiterzuleiten.

Gentechnikfreies Saatgut

"Bei Saatgut hat die Europäische Kommission noch keine Schwellenwerte festgelegt und daher ist die österreichische Saatgut-Schwellenwertverordnung nach wie vor gültig. Sie umfasst in der Erstuntersuchung einen Schwellenwert von 0% für in der EU zugelassene GVO. In der Nachkontrolle darf der Schwellenwert von 0,1% nicht überschritten werden. Das bedeutet praktisch eine Null-Toleranz für GVO-Verunreinigungen in Österreich", erläutert der Präsident.

"Die Bauernvertretung drängt auf eine rasche Regelung von Koexistenz und Haftung, weil wir überzeugt sind, dass qualitativ hochwertige, gentechnikfreie Lebensmittel gerade in einem erweiterten Europa enorme Marktchancen haben", unterstreicht Schwarzböck. (Schluss)

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