Ökostromgesetz: erfolgreichen Weg fortsetzen

Umweltorganisationen wehren sich gegen Bartensteins Novellierungspläne

Wien (OTS) - Gegen die Angriffe auf Ökostrom und Klimaschutz ertönt ein weiterer Aufschrei aus der Zivilgesellschaft: Der Arbeitskreis Energie & Klimaschutz sowie "SOL - Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil" wehren sich entschieden gegen den geplanten Todesstoß für die Ökoenergie. SOL hat kurzfristig eine Ökostrom-Petition gestartet. Die gesammelten Unterschriften für einen zügigen Ökostrom-Ausbau werden an Umweltminister Pröll und Wirtschaftsminister Bartenstein übergeben.

Erneuerbare Energien sind nicht nur unerlässlich für den Klimaschutz , sie sind auch ein fruchtbarer Nährboden für eine nachhaltig orientierte Wirtschaft, die zahlreiche Arbeitplätze sichert. Das Ökostromgesetz mit seinen fix vorgegebenen Einspeisetarifen ist eine bewährte Methode, die Produktion von Ökostrom anzukurbeln, wenngleich das bestehende Tarifmodell für Biomasse hinsichtlich Energieeffizienz verbessert und bei der Photovoltaik die 15 MW-Begrenzung aufgehoben werden muss.

"Die Umorientierung des Wirtschaftssystems auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz stellt der Wirtschaft ein enormes Potenzial für Wachstum zur Verfügung. Wir können uns nicht anmaßen, mit der Umwelt so umzugehen, als wären wir die letzte Generation auf der Erde!", macht Günter Wind vom Arbeitskreis Energie & Klimaschutz klar. Die Organisationen "Arbeitskreis Energie & Klimaschutz" und "SOL" fordern daher, dass die gesetzten CO2-Einsparungsziele trotz der gegenläufigen Entwicklungen mit mehr Nachdruck angestrebt werden.

Das Ökostromgesetz hat die Ökostromproduktion und die mit ihr verbundenen Wirtschaftzweige belebt.. Der Ausbau der Windenergie hat beispielsweise im Burgenland positive Wirtschaftsimpulse gesetzt. Allein die Austrian Wind Power hat ca. Euro 250 Mio. investiert. Diese AWP-Projekte brachten im Burgenland Aufträge im lokalen Bereich von ca. Euro 25 Mio (Baufirmen, Zulieferer), welche durch Multiplikatorwirkungen einen Wirtschaftsimpuls von ca. Euro 125 Mio (ATS 1,7 Mrd.) bewirkten. Dauerhafte Arbeitsplätze für Wartungs- und Servicearbeiten sowie Einkunftsmöglichkeiten wurden geschaffen.

Verbesserungsmaßnahmen sollten zufolge dem Arbeitskreis Energie & Klimaschutz vorgenommen werden. Bei der Verstromung der Biomasse ist eine Korrektur in Richtung mehr Energieeffizienz wünschenswert, das bedeutet: Stromerzeugung nur bei gleichzeitig vollständiger und effizienter Wärmenutzung. Um dies zu erreichen, sollte der produzierte Ökostrom aus Biomasse während der Heizperiode höher als jetzt, im Sommer entsprechend niedriger als jetzt vergütet und zusätzlich ein Mindest-Wirkungsgrad vorgeschrieben werden.

Kleine Biomasseverstromungsanlagen eröffnen ein riesiges Marktpotenzial: Anders als bei den derzeit in Planung und Bau befindlichen Großanlagen ist bei solchen Anlagen die Wärmeverwertung wesentlich einfacher, und der Markt dementsprechend riesengroß. Praktisch in jeder Heizzentrale kann auch eine Verstromung installiert werden. Bei solchen Stückzahlen ist mit einer echten Entwicklungsoffensive und mittelfristig auch mit einer kräftigen Senkung der Anlagenkosten zu rechnen.

Bei der Photovoltaik muss die Deckelung, die derzeit den Ausbau verhindert, ersatzlos aufgehoben werden: Bei der Photovoltaik ist es vor allem notwendig, das derzeit nicht vorhandene Entwicklungs- und Forschungsinteresse in Österreich zu wecken.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Günter Wind
Arbeitskreis Energie & Klimaschutz
Tel.: 0664/3073148

SOL
Tel.: 01.876 79 24
http://www.nachhaltig.at/oekostrom

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