Netzwerke für das Leben: Hospiz ist Lebensbegleitung

Modellkooperation von Caritas Wien und Krankenhaus St. Elisabeth

Wien (OTS) - Die Caritas der Erzdiözese Wien und das Ordenskrankenhaus St. Elisabeth vernetzen ihren Einsatz für ein Leben in Würde bis zuletzt. "Hospizarbeit ist Lebensbegleitung", das untermauerten Universitätsprofessor Johannes Bonelli und Caritasdirektor Michael Landau heute Dienstag im Rahmen eines gemeinsamen Pressegespräches. Exaktes Nahtstellenmanagement zwischen der Palliativstation des Krankenhauses und dem Mobilen Caritas-Hospiz und eine enge Zusammenarbeit der beiden interdisziplinären Teams sichern die Kontinuität in der individuellen und professionellen Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die wechselseitige Übernahme der PatientInnen - nach dem Grundsatz "so viel mobil wie möglich, so viel stationär wie nötig": Noch auf der Palliativstation werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mobilen Hospiz-Teams in die Betreuung eingebunden und wird der Kontakt zu den Angehörigen geknüpft. Eine Wieder-Aufnahme der/des Patientin/-en auf die Station ist jederzeit möglich. Je nach Erfordernissen wird auch die Brücke zu Pflegehäusern der Caritas (und anderer Träger) geschlagen. Umgekehrt sichert die Zusammenarbeit auch PatientInnen des Mobilen Hospiz-Teams schnellstmögliche stationäre Behandlung auf der Spezialstation.

Rechtzeitig lindernde medizinische Maßnahmen ergreifen

"Eine der großen Herausforderungen der Medizin heute ist es, die Klippen einer überzogenen curativen Medizin zu erkennen und sich rechtzeitig der Palliativmedizin zuzuwenden", betonte Bonelli. Bei der Palliativmedizin steht - wie bei der Hospizarbeit - die Verbesserung der Lebensqualität unheilbar Kranker im Vordergrund. Das Krankenhaus St. Elisabeth verfügt über acht Palliativbetten, die ständig ausgelastet sind.

Nationaler Hospizplan gefordert

"Wer aktive Sterbehilfe nicht will, der muss für optimale Sterbebegleitung sorgen", erneuerte Caritasdirektor Landau auch Forderungen an die Politik: "Hospiz-Know-how muss flächendeckend in das österreichische Gesundheits- und Pflegesystem integriert werden." Landau sprach sich für einen Nationalen Hospizplan sowie Hospizpläne für alle Bundesländer aus. "Für alle Menschen in unserem Land soll ein selbstverständlicher, leichter und leistbarer Zugang zu palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Angeboten bestehen und jede Ärztin/jeder Arzt sollte palliativmedizinische Grundprinzipien kennen und anwenden."

Im Falle künftiger Bundes- bzw. Landesgesundheitsagenturen sei bei deren Konzeption dringend darauf zu achten, dass Pflege, Hospiz und Palliative Care in geeigneter Weise integriert werden. Beim Pflegegeld sei neben der schon lange fälligen Valorisierung v.a. für Menschen am Lebensende ein stark vereinfachter und beschleunigter Zugang geboten. Zur Familienhospizkarenz regte Landau eine umfassende Informationskampagne an, zugleich erneuerte er die Caritas-Forderung nach existenzieller Absicherung für jene, die vom Beruf pausieren um ihre sterbenden Angehörigen zu betreuen.

Caritas betreut jeden zweiten Hospizpatienten in Wien

In Wien wird nahezu jeder zweite Hospizpatient von der Caritas betreut. 2003 waren das 647 Menschen. Mit mehr als 170 haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist die Caritas der Erzdiözese Wien österreichweit einer der größten Träger der Hospizarbeit.
Das Mobile Hospiz der Caritas Wien ist seit nunmehr 15 Jahren in Wien in der Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen zuhause tätig. Da das Spektrum der Erkrankungen äußerst vielfältig ist, ist auch das Team multiprofessionell und es gibt eine enge Kooperation mit vielen stationären Einrichtungen (Palliativstationen, Onkologien, Neurologien und anderen Fachabteilungen). 2001 ist das Angebot um das Tageshospiz im Caritas-Senioren- und Pflegehaus St. Barbara in Alterlaa erweitert worden. Es ist das bisher einzige Tageshospiz im Osten Österreichs. Darüber hinaus ist die Caritas Träger von elf Senioren- und Pflegehäusern mit knapp 1200 Plätzen und des Mobilen Angebotes "Betreuen und Pflegen Zuhause" mit 806.570 Einsatzstunden im Jahr 2003.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Wesely
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/1838140
p.wesely@caritas-wien.at http//www.caritas-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR0002