SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer zum ÖVP-Vorschlag zur Verlängerung der Wochenarbeitszeit: "Sarkasmus gegenüber den Frauen"

Wien (SK) "Der Ruf nach einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit ist gegenüber den Arbeitnehmerinnen reiner Sarkasmus," sagte SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Frauen seien schon jetzt mit ungleicher Belastung durch private Versorgungs- und Betreuungsarbeit, schlechtere Bezahlung und die Abdrängung in die Teilzeitarbeit benachteiligt. ****

Zwischen 1995 und 2002 ist die Zahl der unselbständig beschäftigten Frauen, die Teilzeit (über 12 Stunden) arbeiten um 144.000 gestiegen, während die Zahl von Frauen in Vollzeit um 7.000 Frauen zurückgegangen ist. Im gleichen Zeitraum haben die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse von Frauen um fast 53.000 zugenommen. Damit arbeiten nunmehr 31 Prozent der Frauen in Teilzeit, jedoch nur 3 Prozent der Männer. Knapp 11 Prozent der Frauen, aber nur 4 Prozent der Männer sind geringfügig beschäftigt.

"Die Mehrheit der Frauen landet ganz und gar nicht freiwillig in unattraktiven Teilzeitjobs," sagte Stadlbauer. Immer mehr Unternehmen, nicht nur im Handel, bieten Teilzeitarbeit an; das aber zu sehr unattraktiven zeitlichen Bedingungen, wie längeren unbezahlten Pausen und kleineren arbeitszeitlichen Blöcken zu Zeiten, die allein für das Unternehmen attraktiv sind. Besonders für Frauen, die schon durch ihre private Versorgungs- und Betreuungsarbeit äußert eingeschränkt sind, bedeutet das oft einen unüberwindbaren Nachteil.

"Auch der Arbeitsstundenvergleich mit anderen EU-Staaten hinkt," sagte Stadlbauer. Die internationale Lohnstückkostenposition der österreichischen Wirtschaft habe sich seit 1995 um rund 15 Prozent verbessert. Die Produktivität ist in Österreich mehr gestiegen als die Kosten.

Stadlbauer forderte Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein auf, lieber die Grundvoraussetzungen dafür zu schaffen, dass Frauen für gleichwertige Arbeit endlich gleich viel bezahlt bekommen wie ihre männlichen Kollegen, dass Frauen im Beruf die gleichen Chancen bekommen wie Männer und dass Frauen der Zugang zu guten Jobs vermehrt ermöglicht wird, statt die Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit in den Raum zu stellen. (Schluss) up/mp

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