Greenpeace und Bürgerinitiativen starten "Gegenverkehrswoche"

Bis 2. Juli werden Mautpreller angezeigt

Wien (OTS) - In ganz Österreich hat heute die Greenpeace-"Gegenverkehrswoche" begonnen. Ab heute werden bis zum 2. Juli bundesweit LKW angezeigt, die versuchen die Autobahnmaut zu umgehen. Durch das Ausweichen auf Bundes- und Landesstraßen versuchen die Frächter, sich die Maut - 22 Cent pro Kilometer - zu ersparen. Unter die Räder kommen dabei die Anrainer auf den Ausweichstrecken. Sie sind vermehrt Lärm und Abgasen ausgesetzt, das Unfallrisiko erhöht sich drastisch. Gemeinsam mit lokalen Bürgerinitiativen fordert Greenpeace eine Erweiterung der Fahrverbote, eine drastische Einschränkung der so genannten Ziel- und Quellgebiete, strikte Kontrollen auf den Ausweichstrecken sowie eine gezielte Verlagerung der Transporte auf die "rollende Landstraße".

Schließlich wird ein großer Teil des Güterverkehrs von den Verboten gar nicht erfasst. Laut Verkehrsklub Österreich (VCÖ) ist das Unfallrisiko für LKW auf Freilandstraßen zweieinhalb Mal so hoch wie auf Autobahnen. "Wir müssen mit Dutzenden zusätzlichen Unfällen rechnen", so Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof. "Die Mautpreller werden zusätzliche 110 Millionen LKW-Kilometer auf Landes- und Bundesstraßen zurücklegen. Und die Opfer sind immer die Schwächsten - Kinder, ältere Menschen und Radfahrer."

Opfer sind aber auch die Gemeinden und die Bundesländer: Als Straßeneigentümer werden sie die Zusatzkosten durch die verstärkten Fahrbahnschäden zahlen müssen. "Trotzdem wollten uns die Behörden in Niederösterreich oder in der Steiermark ohne schriftlichen Antrag manchmal nicht einmal Auskunft über Fahrverbote geben", wundert sich Westerhof.

Die Schadstoffemissionen von LKW sind viel höher als bislang angenommen. Durch eine Lücke in den Vorschriften für die Typenzertifizierung von neuen LKW-Modellen, haben die Hersteller jahrelang zu niedrige Stickoxide-Werte angegeben. NOx sind wichtige Vorläufersubstanzen von Ozon. Und Ozon wiederum gehört zu den wichtigsten durch KFZ-Verkehr verursachten gesundheitsgefährdenden Substanzen.

Greenpeace verlangt schärfere Kontrollen auf den Maut-Ausweichstrecken, und eine rasche Erweiterung der Fahrverbote. "Es kann nicht sein, dass 40-Tonner den Menschen durch die Wohnzimmern donnern, nur weil wirtschaftliche Interessen der Speditionen mehr Gewicht haben als die Rechte der Anrainer", so Westerhof abschließend.

Details im Internet: http://www.greenpeace.at/verkehr.html

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Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 01-5454580-33 od. 0664-2407075
DI Jurrien Westerhof, Verkehrsexperte Greenpeace, 01-5454580-57 oder 0664-6126701

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