GLOBAL 2000 startet Kampagne gegen die Lobauautobahn

Hände weg vom Nationalpark Donauauen - "Lobauisten" gegen Straßenbau im Nationalpark

Wien (OTS) - Mit einer Pressekonferenz gibt die Umweltorganisation GLOBAL 2000 heute, Montag, den Startschuss zu einer breitangelegten Kampagne gegen die geplante Lobauautobahn. "Wien ist in der einmaligen Lage, einen Nationalpark als grüne Lunge innerhalb seines Stadtgebietes zu haben. Dieses Naturjuwel darf für die Fortführung einer veralteten Verkehrs-politik nicht aufs Spiel gesetzt werden", erklärt Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000 die Gründe für die zukünftigen Aktivitäten der Umweltorganisation. Zahlreiche Studien belegen, dass der geplante Autobahnring um Wien -die Lobauautobahn wäre Teil davon - mehr Verkehrsprobleme schaffen als lösen würde: Transitverkehr würde nach Wien gezogen werden. Pendler und die Einwohner Wiens würden motiviert werden, statt öffentlichen Verkehrsmitteln das eigene Auto zu benützen. Die verlängerte U2 würde durch den Bau der Lobauautobahn ein Drittel der Fahrgäste verlieren. Die Zersiedlung und die Entwicklung weiterer unökologischer Speckgürtel würden angeheizt. Darüber hinaus würden die verkehrsbedingten CO2-Emissionen massiv steigen und die Belastung mit Feinstaub verschärft. Durch die Ringautobahn steigen im Nordosten Wiens die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen bis 2021 um bis zu 45 Prozent an. "Aus diesen Gründen lehnen wir den Bau der Lobauautobahn, egal auf welcher Trasse, entschieden ab", so Högelsberger weiter. Auch die vollständige Untertunnelung, wie sie jüngst vom Wiener Sachverständigenrat für Umweltfragen empfohlen, wird von GLOBAL 2000 wegen der damit verbunden Umweltrisiken abgelehnt und auch für unrealistisch gehalten. "So wird in allen Trassenvarianten, die die ASFINAG untersucht, von einer sechsspurig ausgebauten Raffineriestraße ausgegangen. Diese überdeckelte Schnellstraße würde kilometerlang unmittelbar zwischen Nationalpark und Entlastungsgerinne entlang führen. Das wäre eine Katastrophe für den Nationalpark und das Naherholungsgebiet Neue Donau" so Högelsberger. Auch das Argument, dass durch die Lobauautobahn die Südosttangente entscheidend entlastet würde, stimmt nicht. Das hat die strategische Umweltprüfung für den Nordosten Wiens ergeben.

"Während des Sommers wollen wir möglichst viele Menschen informieren und zum widerständigen Mitmachen animieren. Um die Lobauautobahn zu verhindern, wollen wir eine kritische Masse an Menschen dazu bewegen, aktiv zu werden. Wir werden sowohl in der Lobau, als auch am Entlastungsgerinne und in der Stadt mit Infoveranstaltungen präsent sein. Ab Herbst sind Protestspaziergänge und Probebesetzungen geplant", so Högelsberger. Ziel von GLOBAL 2000 ist es, mit Bürgerinitiativen ein Netzwerk an "Lobauisten" zu schaffen, die im Ernstfall "Hainburger Zustände" herbeiführen. Lobauist kann jeder werden, der sich gegen die Lobauautobahn engagiert. Alle Informationen dazu können unter www.lobauist.at abgerufen werden. "Die Lobauautobahn kann nur verhindert werden, wenn viele Menschen aktiv werden und zeigen: Die Lobau für alle ist wichtiger, als eine Autobahn für den Transitverkehr", so Högelsberger abschließend.

Morgen, Dienstag, wird die Kampagne mit einer Aktion fortgesetzt. Anlässlich des "Danube Day" flaggen rund 50 Aktivisten und Straßenbaugegner die geplante Trassenführung aus: "Stopp Lobauautobahn - Nationalpark schützen".

Datum: Dienstag, 29.6.2004
Beginn: 9:30 Uhr

Ort: Raffineriestraße bei Pizzeria Angelo

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000
Heinz Högelsberger, Andreas Baur, Simone Bräuer
Telefon: 0664/501 20 85 oder 0664/103 24 23

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0001