- 24.06.2004, 12:06:33
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FH Technikum Wien an Bord des "Mobilitäts-Busses"
Führende Wiener Fachhochschule entwickelte Mobilitätscheck im Rahmen der Aktion "Fit für 50 plus" des Staatssekretariats für Sport

Wien (OTS) - Noch bis Anfang August tourt im Rahmen der Aktion
"Fit für 50 plus" der "Mobilitäts-Bus" durch Wien, Niederösterreich,
Oberösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Die Initiative von
Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer, die unter dem Motto "Gesund und
fit - mobil in allen Lebenslagen - mobil bis ins hohe Alter" steht,
ist bestrebt, Menschen in der zweiten Lebenshälfte Bewegung und Sport
näher zu bringen, um ihre koordinativen Fähigkeiten zu verbessern.
Damit soll im Besonderen Stürzen vorgebeugt werden, auf die 80
Prozent der Heimeinweisungen von Seniorinnen und Senioren
zurückzuführen sind.
Der Mobilitätscheck der FH Technikum Wien
Der Mobilitätscheck, der im Zuge der Roadshow des
"Mobiltäts-Busses" von Studentinnen und Studenten des Studiengangs
"Sports Equipment Technology/Sportgerätetechnik" der FH Technikum
Wien betreut wird, erfolgt in drei Schritten. Die untersuchten
Personen füllen zuerst einen "Sturzgefahr-Fragebogen" aus, in dem u.
a. ihre Neigung zu Stürzen und ihre allgemeine gesundheitliche
Verfassung erhoben wird.
Danach wird eine Gleichgewichtsmessung auf Basis der
Posturographie vorgenommen. Das ist eine biomedizinische Messtechnik,
die koordinative Fähigkeiten misst und diese trainingsspezifisch
interpretiert. Dabei stehen die untersuchten Personen auf
Druckmessplatten, die die geringsten Gleichgewichtsverlagerungen des
Körpers wahrnehmen. Die Untersuchung ist keine körperliche Belastung
für die Probanden, sie müssen lediglich ihre Schuhe ablegen. Nach
mehreren Untersuchungsanordnungen, die insgesamt nur ca. fünf Minuten
dauern, können Rückschlüsse auf Funktionen der Gehirnansteuerungen,
Balance und Ganzkörperkoordination jedes Menschen gezogen werden. Die
Verteilung der drei so genannten posturalen Feedbackschleifen
"somatosensorisch" (betrifft die Sensoren des Körpers), "visuell" und
"vestibulär" (betrifft das Gleichgewichtsorgan im Innenohr) gibt
Auskunft, wie sie ihre Bewegungsabläufe steuern und kontrollieren. Im
Idealfall sind die Anteile der Feedbackschleifen gleichmäßig
verteilt.
Im letzten Schritt durchlaufen die untersuchten Personen einen
Mobiltäts-Parcours, in dem etwaigen koordinativen Defiziten, die
zuvor auf Basis der Feedbackschleifen ermittelt wurden, mit gezieltem
Training begegnet werden kann. Einige der eingesetzten
Trainingsgeräte wurden an der FH Technikum Wien gefertigt, z. B. die
so genannten "Instabilitätsschlapfen". Dabei muss man in Schuhen die
Balance halten, auf deren Sohle sich eine verschiebbare Halbkugel
befindet. Die meisten Übungen sind einfach und ohne großen Aufwand
auch Zuhause durchzuführen: z. B. Jonglieren mit Tüchern, mit
geschlossenen Augen entlang einer am Boden liegenden Schnur gehen
etc. Durch ein gezieltes Trainingsprogramm können so Bewegungen und
Ausgleichbewegungen ökonomisiert und optimiert werden, wodurch sich
die Sturzgefahr von älteren Menschen signifikant reduzieren lässt. In
einem Fußparcours wird darüber hinaus die Sensomotorik der Füße
gezielt trainiert.
Innovative Messtechnik an der FH Technikum Wien entwickelt
In der Medizin wird die Messtechnik der Posturographie in der
Neuropathologie z.B. zur Parkinsonfrüherkennung eingesetzt. An der FH
Technikum Wien wurde am Studiengang "Sports Equipment
Technology/Sportgerätetechnik" eine verbesserte Form der Anwendung
dieser Messtechnik entwickelt, die speziell Mobilität und
Bewegungssteuerung untersucht. Verantwortlich für diese innovative
Technik zeichnen Studiengangsleiter Dr. Anton Sabo und sein
Stellvertreter Dr. Martin Reichel. Dieses Posturographie-System misst
mit 4 unabhängigen Platten (Interactive Balance System), eingebaut in
2 fußgroßen Plattformen, die auftretende Vertikalkraft an beiden
Fersen und Ballen der untersuchten Personen. Mit großem Erfolg wird
diese Messtechnik auch im Spitzensport eingesetzt, u.a. bei einigen
Nationalmannschaften Österreichs, im Fußball beim
Champions-League-Sieger 2003 AC-Milan.
Die weiteren Stationen des "Mobilitäts-Busses" sind abrufbar
unter:
http://www.fitfueroesterreich.at/fitfuer50plus/fitfuer50plus1.htm
Die FH Technikum Wien, http://www.technikum-wien.at , ein
Netzwerkpartner des FEEI (Fachverband der Elektro- und
Elektronikindustrie), ist eine der führenden technischen
Fachhochschulen Österreichs. Den 1.500 Studierenden wird
praxisrelevantes, zukunftsorientiertes Wissen vermittelt, wobei
individuelle Entwicklungsmöglichkeiten besonders gefördert werden.
Durch die enge Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft werden die
StudentInnen optimal auf ihre Karriere vorbereitet. Primäres Ziel ist
es, hochqualifizierte TechnikerInnen im Bereich neuer Technologien
auszubilden und durch innovative Entwicklungen den
Wirtschaftsstandort Wien auch in Zukunft zu sichern.
Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS0126 2004-06-24/12:06
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