- 24.06.2004, 11:14:38
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Grüne: Gleichbehandlung von Frauen muss überall gelten!
Weinzinger und Vana fordern Rückkehr zur Frauenpolitik
OTS (Wien) - Anlässlich des 25jährigen Bestehens des
Gleichbehandlungsgesetzes in Österreich fordert die Frauensprecherin
der Grünen, Brigid Weinzinger, mehr Frauenrechte ein. Die Grünen
luden zum Thema ‚Gleichbehandlung - quo vadis?' zu einer Enquete ins
Parlament und thematisierten die Weiterentwicklung der Gesetzgebung
in Sachen Gleichbehandlung. "Sich auf dem Erreichten auszuruhen,
reicht nicht: Gleichbehandlung von Frauen muss überall gelten, nicht
nur auf dem Arbeitsplatz. In den letzten 25 Jahren wurden wichtige
Fortschritte für Frauen am Arbeitsplatz erreicht. Nun muss an
Verbesserungen gearbeitet werden. Der Schutz von Frauen vor
Diskriminierung außerhalb des Arbeitsplatzes muss gesetzlich geregelt
werden", so Weinzinger.
Weinzinger verweist auf die alltägliche Diskriminierung von Frauen
etwa im Gesundheitssektor, wo Frauen insbesondere in der
intensivmedizinischen Betreuung benachteiligt würden oder auf den
Bildungsbereich. Dort würden nicht nur Rollenklischees in den Schulen
fortgeschrieben, es bleibe den Mädchen auch so manche
Ausbildungsmöglichkeit verschlossen, etwa bei Lehrplätzen oder auch
bei der Aufnahme in die Spanische Hofreitschule. Weinzinger
kritisiert auch die Behinderungen von Frauen bei Karriere und
Berufstätigkeit, die durch fehlende Rahmenbedingungen, große
Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen und die ‚gläserne
Decke' im Beruf erfolgten.
Auf die Situation der bei der Stadt Wien beschäftigten Frauen
angesprochen, bestätigt Monika Vana, Frauensprecherin der Wiener
Grünen, diese Fakten. 55 Prozent der Beschäftigten der Stadt Wien
seien Frauen. In den Spitzenfunktionen sei der Frauenanteil jedoch
gering: in der Dienstklasse A VIII 29 Prozent, bei der Leitung einer
Magistratsabteilung nur 14 Prozent. "Trotz fortschrittlicher
Gleichbehandlungsgesetzgebung und einer 50prozentigen
Frauenförderquote stoßen Frauen nach wie vor an die ‚gläserne
Decke'", so Vana.
Auch die Atypisierung von Beschäftigungsverhältnissen und das Problem
‚Karriereknick durch Babypause' sei in Wien weiblich. 92 Prozent der
Teilzeitbediensteten seien Frauen, Elternkarenz werde zu 99 Prozent
von Frauen in Anspruch genommen. Problematisch sieht Vana, dass bei
der Wiener Verwaltungsmodernisierung die Strategie des Gender
Mainstreaming bislang nicht einbezogen worden sei. Wien habe sich
jedoch auf Antrag der Grünen dazu verpflichtet. Durch die verstärkte
Ausgliederungspolitik würde diese Strategie geschwächt, da das Wiener
Gleichbehandlungsgesetz für immer weniger Personen gelte. Die
aktuelle BeamtInnenpensionsreform in Wien spiegle die strukturelle
Benachteiligung von Frauen wider.
Diese Beispiele zeigten für Vana deutlich, dass eine Politik der
Umverteilung von Arbeit, Zeit, Geld und Macht zwischen den
Geschlechtern dringend erforderlich sei. "Um Gleichstellung zu
erreichen, braucht es Maßnahmen, die über die
Gleichbehandlungsgesetzgebung hinausgehen. Aktive
Gleichstellungspolitik und Frauenförderung müssen forciert und mit
der Strategie des Gender Mainstreaming im gesamten Bereich der
Politik und Verwaltung verstärkt werden", ergänzt Vana. Abschließend
fordert Vana die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an
Frauenförderpläne.
Rückfragehinweis: Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at
OTS0101 2004-06-24/11:14
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