- 24.06.2004, 09:46:37
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Notwendiger Kraftwerksausbau in Österreich in den nächsten Jahren kostet nur ein Drittel der Ökostromförderung
Genehmigungsverfahren behindern Kraftwerksbau - Zahlen der Internationalen Energie Agentur für weltweiten Bedarf
Wien (OTS) - "Wenn es überhaupt Probleme mit dem Bau von
Kraftwerken geben sollte, dann liegen diese primär bei langwierigen
Genehmigungsverfahren und nicht im fehlenden Investitionswillen.",
äußert sich der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter
Boltz, zu verschiedenen Medienberichten der vergangenen Tage.
"Dennoch ist kein Grund zur Panik vorhanden." Laut Internationaler
Energie Agentur IEA sind bis 2030 weltweit rund 16.000 Mrd. Dollar zu
investieren, um den Energiebedarf zu stillen. "Das sind natürlich
enorme Summen, führt man allerdings eine nähere Betrachtung durch, so
kann dieser Betrag doch stark relativiert werden.", beruhigt Walter
Boltz.
Die 16.000 Mrd. US Dollar sind eine kumulierte Zahl für die Jahre
2001 bis 2030, wie aus dem World Economic Investment Outlook der IEA
hervorgeht. Diese Summe wird für die ganze Welt und für alle
Energieinvestitionen benötigt, also für die Öl-, Gas-, Kohle und
Elektrizitätsindustrie. Die Elektrizitätswirtschaft allein benötigt
bis 2030 9.841 Mrd. US Dollar. "Um eine Größenordnung als Vergleich
zu nehmen: laut der internationalen Börsenvereinigung FIBV wurden im
Jahr 2003 an den Börsen in Europa in Aktien 10.052 Mrd. US Dollar
investiert.", vergleicht Walter Boltz.
Und weiter: "Der Gesamtbetrag relativiert sich aber noch weiter,
wenn man weiß, dass für die 15 bisherigen EU-Mitgliedstaaten, also
ohne die neuen EU-Länder, nur 1.110 Mrd. US Dollar im
Elektrizitätsbereich insgesamt erforderlich sind. Und von diesem
Betrag wiederum prognostiziert die IEA für die EU-15 einen
Investitionsbedarf in Kraftwerke, sowohl für neu zu bauende als auch
für Sanierungen, 577 Mrd. US Dollar. Der Rest wird für Übertragungs-
und Verteilnetzinvestitionen benötigt.", so Walter Boltz.
Der Hauptbedarf an Investitionen liegt in den Entwicklungs- und
Transformationsländern (inklusive Russland) bei knapp 6.000 Mrd. US
Dollar sowie allein in China bei 1.913 Mrd. US Dollar. "Mehr also,
als für die EU-15 insgesamt prognostiziert werden. Natürlich muss in
Österreich bis 2030 eine hohe Summe in Kraftwerke investiert werden.
Es besteht aber kein Grund, sich angesichts der auf den ersten Blick
enormen Summen zu fürchten.", beruhigt Walter Boltz.
Genehmigungsverfahren in Österreich sind Behinderung
"Nach Abschätzung des Investitionsbedarfs für den Kraftwerksbau
bin ich überzeugt, dass es auch in den nächsten Jahren zu weiteren
Investitionen kommen wird. Bei einem jährlichen
Stromverbrauchswachstum von rund 2 % ist für die nächsten 15 bis 20
Jahre von zusätzlich benötigten Kapazitäten von etwa 3.000 MW
auszugehen.", ist Walter Boltz überzeugt. Wird dieser Bedarf z.B.
durch Gaskraftwerke gedeckt, benötigt man in etwa 1.500 Millionen
Euro für die nächsten 20 Jahre, also 75 Millionen Euro pro Jahr. Um
auch hier einen Vergleich zu haben. Dieser Betrag ist weniger als ein
Drittel dessen, was in Österreich im Jahr für die Ökostromförderung
ausgegeben wird oder etwa ein Viertel der aktuellen Abschreibungen
der österreichischen Produzenten. Österreicher geben alleine bei
PKWs pro Quartal soviel für Neuanschaffungen aus, wie in den nächsten
20 Jahren in zusätzliche Kraftwerke zu investieren sein wird. "Man
sieht, bei einer genauen Analyse, kann es gar nicht am Geld fehlen",
so Boltz.
Allein im Jahr 2003 hat die österreichische
Elektrizitätswirtschaft laut dem Investitionstest des
Wirtschaftsforschungsinstituts 627 Millionen Euro in Kraftwerke und
Netze investiert. "Ich glaube, Österreich hat kein
Investitionsproblem sondern eher ein Genehmigungsproblem.", ist
Walter Boltz überzeugt. "So bemüht sich der Verbund bereits seit etwa
20 Jahren um die Fertigstellung der 380-kV-Leitung in der Steiermark.
Und auch das Problem in der Steiermark liegt nicht etwa in einem
Investitionsmangel, sondern primär an fehlenden Genehmigungen oder
mangelnder Akzeptanz durch die Anrainer, also an einer Gesamtlösung,
die für alle Beteiligten akzeptierbar ist.", so Walter Boltz
abschließend.
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