Vladyka: Immer mehr Menschen sind vor Armut betroffen

Soziale Absicherung muss nicht nur finanzielles sondern auch gesellschaftliches Grundrecht sein

St. Pölten (SPI) - "Immer mehr Menschen sind in Notlagen, finanziell, psychisch oder gesundheitlich - die Anzahl der einmaligen Hilfsleistungen zur Deckung der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung oder Heizung ist im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr um 15,1% gestiegen, die Dauerhilfen sind im selben Zeitraum um 14,1% angestiegen. Noch dramatischer ist der Anstieg der Hilfen in besonderen Lebenslagen. Diese einmaligen Beihilfen oder Darlehen sind um 47% gestiegen! Diese Zahlen geben zu denken", so die Sozialsprecherin der SPNÖ, LAbg. Christa Vladyka anlässlich der Budgetdebatte im NÖ-Landtag. Zur Bekämpfung der steigenden Armut reichen einmalige oder dauernde Hilfen aber nicht aus. Analog der Heilung einer Krankheit muss bei den Ursachen, nicht bei den Symptomen angesetzt werden. Die Hauptursache für die steigende Verarmung ist die steigende Arbeitslosigkeit. In Niederösterreich sind derzeit 32.960 als arbeitslos gemeldet.****

Ein Zeichen für die Problematik der Gesellschaft und eine Form von Armut zeigt auch der Anstieg den verschiedene Soziale Dienste, von der Aktion Essen auf Rädern bis zu den verschiedensten Notruftelefonen, verzeichnen können. "All diese Einrichtungen -Frauenhäuser, Kinderschutzeinrichtungen oder Obdachloseneinrichtungen - sind unverzichtbare Knoten im sozialen Netz! Bieten sie doch eine innere Sicherheit, nicht alleine gelassen zu werden. Die Sozialen Dienste sind ein wichtiger Beitrag für die Integration der hilfsbedürftigen Menschen in ihrer sozialen Umwelt. In vielen dieser Bereiche besteht dringender Verbesserungsbedarf, angefangen vom Sozialhilfegesetz bis hin zum Pflegegeld - bisher scheitern alle Initiativen jedoch am Finanzministerium. Auch in Niederösterreich steht hier leider nicht alles zum Besten, wurde doch durch die Ablehnung des Heizkostenzuschusses durch die VPNÖ 82.000 Menschen in unserem Land eine wichtige Hilfe nicht zuteil. In Not geratene Menschen dürfen kein bloßer Rechnungsposten in einem Budget sein, auch in Not geratene Menschen sind Menschen - und als solche haben sie Bedürfnisse und vor allem auch Rechte. In einem Land wie Österreich kann und darf es nicht sein, dass diese Menschen im Stich gelassen werden. Ein wichtiges Anliegen ist daher auch die Einführung einer Sozialverträglichkeitsprüfung, das heißt der Durchforstung aller neuen Gesetze nach ihrer sozialen Vertrglichkeit. Eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht - setzten wir also alles daran, dass wir diese Messlatte der Menschlichkeit nicht unterschreiten", so Vladyka abschließend.
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