Bundeskanzler Schüssel ehrt Josef Mikl

Verleihung des "Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich"

Wien (OTS) - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel überreichte heute an den Maler Prof. Josef Mikl das "Große Goldene Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich". In seiner Laudatio würdigte der Bundeskanzler Josef Mikl als einen der "größten Vertreter der informellen Malerei in Österreich".

Schüssel: "Mikl hat die Entwicklung der abstrakten Malerei in Österreich wesentlich beeinflusst und zwar nicht nur durch sein künstlerisches Werk. Mit der Gründung der Galerie nächst St. Stephan hat er einen Kristallisationspunkt für die moderne bildende Kunst in Österreich geschaffen. Er und seine Kollegen haben damit der modernen Kunst, die vielen Anfeindungen ausgesetzt war, eine Heimstätte gegeben. Auch Mikl selbst hat sich nie der Kritik untergeordnet oder den wechselnden Moden. Er ist konsequent seinen Weg gegangen."

Bundeskanzler Schüssel ging in seiner Rede insbesondere auf die Neugestaltung der durch einen Brand zerstörten Redoutensäle in der Wiener Hofburg durch Mikl ein. Der Auftrag dazu war nach einer internationalen Ausschreibung von Schüssel als damaliger Wirtschaftsminister vergeben worden. Schüssel "Ich bin stolz darauf, dass dieser Auftrag an einen österreichischen Künstler, an Josef Mikl, vergeben werden konnte. Er bestach durch seine künstlerische Kompromisslosigkeit und sein klares Konzept, das auch damals nicht unumstritten war. Es schuf damit aber ein Werk, das nicht in der Gegenwart zu beurteilen ist, sondern es erschließt sich erst in der Zukunft im Rückblick. Das internationale Echo auf die farbintensive Gestaltung des 400 qm großen Deckengemäldes und der 22 Bildtafeln beweisen die Qualität des Künstlers anschaulich." In diesem Zusammenhang verwies der Bundeskanzler auf die bevorstehende Retrospektive des Werkes Mikls in der Kunsthalle Krems. Diese findet vom 7. November 2004 bis zum 13. Februar 2005 statt.

Josef Mikl dankte Bundeskanzler Schüssel in seiner kurzen Antwortrede für seinen Einsatz für die moderne Kunst. Kritik übte Mikl an dem Kunstbetrieb, der sich den schnell wechselnden Moden unterwirft und dem Markt huldige.

Der 1929 in Wien geborene Josef Mikl besuchte zwischen 1946 und1948 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. 1959 begann er sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Josef Dobrowsky und Herbert Boeckl, das er 1956 abschloss. Nach Beendigung seines Studiums begründete er gemeinsam mit den Künstlerkollegen Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Arnulf Rainer die Gruppe Galerie nächst St. Stefan. 1966 vertat Mikl Österreich bei der Biennale in Venedig. 1969 wurde Mikl an die Akademie der bildenden Künste berufen, wo er zunächst die Meisterschule für Malerei leitete und 1972 die Meisterschule für Naturstudien übernahm.

Rückfragen & Kontakt:

Pressesprecherin des Bundeskanzlers
Heidemarie Glück
Tel.: (++43-1) 53115/2917

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBK0002