Kadenbach: Gleichbehandlung von Frauen scheitert noch immer an vielen Faktoren

Finanzausgleichsverhandlungen werden zeigen, ob Bund Anliegen des Landes und der Gemeinden ernst nimmt

St. Pölten (SPI) - Die NÖ Kindergartenstudie aus dem Jahr 2003 zeigte eine relativ große Zufriedenheit sowohl bei den Eltern wie auch beim Kindergartenpersonal und auch den Kindergartenerhaltern. "Dennoch zeigt die Studie auch auf, wo es in Niederösterreich noch Nachholbedarf gibt. Zum einen ist eine Verbesserung der Öffnungszeiten wünschenswert, zum anderen ist vor allem die Ausweitung der Betreuung in den Kindergärten auf unter 3-jährige Kinder zu forcieren. Es hilft den Eltern nicht, die positiven Seiten der Kinderbetreuung in Niederösterreich herauszustreichen - vielmehr ist es geboten die noch bestehenden Mängel zu beheben", so LGF LAbg. Karin Kadenbach anlässlich der Budgetdebatte im NÖ Landtag. Dass es diesen Nachholbedarf in NÖ gibt, weiß auch die ÖVP, heißt es doch auf ihrer Homepage: "Wir brauchen nach wie vor ein besseres und flexibleres Angebot an Kinderbetreuung. Erst wenn sich die Frauen ohne Kopfzerbrechen darauf verlassen können, dass sie diese Infrastruktur an Betreuung vorfinden, diese Sorge damit wegfällt, wird ihre Entscheidung, trotz Beruf auch ein Kind bekommen zu wollen, erleichtert". "Ich kann dem nur beipflichten, auch wenn ich der Ansicht bin, dass sich nicht nur die Frauen den Kopf darüber zerbrechen ob sie einen entsprechenden Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung haben", so Kadenbach.****

"Die dringende Notwendigkeit des Ausbaus der Kinderbetreuung ist aus mehreren Gründen gegeben. Zum einen werden sich junge Familien, wie die ÖVP richtig erkennt, nur dann für Kinder entscheiden, wenn sie die Gewissheit optimaler Kinderbetreuung haben, zum anderen ist die Verfügbarkeit von entsprechend flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen eine absolute Grundvoraussetzung, um auch Frauen die gleichen Berufschancen wie Männern einzuräumen. Die Chancen der Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind nach wie vor schlechter als die der Männer - nicht selten ist beim Bewerbungsgespräch die Frage nach der ‚abgeschlossenen Familienplanung' zu hören! Neben der dringenden Verbesserung der Kinderbetreuung ist aber auch eine Verbesserung des Kinderbetreuungsgeldes geboten. Gut die Hälfte aller Frauen wissen zum Beispiel nicht, dass der Kündigungsschutz nur 2 Jahre gilt. Eine Verdichtung des Kinderbetreuungsgeldes auf 2 Jahre würde zudem eine Erhöhung für AlleinerzieherInnen von 618 € auf 786 € bringen", so Kadenbach weiter. Problematisch ist auch die hohe Arbeitslosigkeit bei Frauen. "Nicht mit Einsparungen, sondern mit mehr Mitteln für das Arbeitsmarktservice können entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt werden. In allen Bereichen gilt:
Das Land Niederösterreich und seine Gemeinden erfüllen ihre Aufgaben so gut wie nur möglich. Sie können das aber nur dann, wenn der Bund die ausreichenden Mittel zur Verfügung stellt. Die Finanzausgleichsverhandlungen werden zeigen, ob die berechtigen Forderungen des Landes und der Gemeinden von der Regierung auch wahrgenommen werden und ob die ÖVP dringende Vorhaben nur auf der Homepage einmahnt oder auch als Regierungspartei umsetzt", so Kadenbach abschließend.
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