Fachhochschul-Konferenz begrüßt neuen Entwicklungs- und Finanzierungsplan

Jungwirth lobt Inhalte und Perspektive, wünscht sich aber auch zusätzliche Anreiz-Systeme bei der Finanzierung

Wien (OTS) - Der heute, Dienstag, im Ministerrat beschlossene Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplan III für die Jahre 2005 bis 2010 stößt im FH-Sektor auf positive Reaktionen. "Wir sind sehr froh, dass wir erstmals schon im Vorfeld intensiv in die Gespräche eingebunden wurden. Der neue Entwicklungsplan trägt zur überregionalen Attraktivitätssteigerung des FH-Sektors bei", sagt Mag. Werner Jungwirth, Präsident der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz.

Fachhochschulen als kompetente Forschungspartner der Wirtschaft Mit dem neuen Entwicklungs- und Finanzierungsplan werde endgültig die klare Zuordnung der Fachhochschulen zum Hochschulsektor festgeschrieben sowie der Zugang zum Doktoratsstudium für FH-Absolventen ohne bürokratische Hürden ermöglicht.
Auch die Teilnahme am Bologna-Prozess gehe im FH-Sektor zügig voran, ab kommenden Herbst wird etwa ein Drittel der bisherigen FH-Diplomstudiengänge auf das gestufte System Bakkalaureat bzw. Magister umgestellt.

Positiv beurteilt die Österreichische Fachhochschul-Konferenz auch die nun zwingend vorgeschriebenen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben: "Schon jetzt haben die Fachhochschulen begonnen, sich als kompetente Entwicklungspartner für die Wirtschaft und regionale Forschungsdrehscheiben zu positionieren. Ein Trend, der sich in Zukunft verstärken sollte."

Notwendige Konsolidierungsphase

Das von der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz geforderte "qualitative Wachstum" ist mit dem neuen Entwicklungsplan gewährleistet. Der Plan sieht vor, per anno 300 neue Studienplätze zu genehmigen - allerdings akkordierend mit der tatsächlichen Nachfrage. Erstmals soll der Bedarf an Studienplätzen auch bundesländerübergreifend erhoben und definiert werden. "Der Sektor befindet sich im 10. Jahr in einer notwendigen Konsolidierungsphase, in der Qualität vor Quantität stehen muss", so Jungwirth.
Ein Teil dieser Konsolidierung ist auch die Verbreiterung der Berufsfelder. "Wir müssen weg von den Nischenangeboten für Studierende." Auch der geplante Ausbau der Studienangebote im Bereich "techniknahe Dienstleistungen" entspreche den Anforderungen des Marktes.

Verstärkte Internationalisierung, mehr berufsbegleitende Angebote Die im europäischen Wettbewerb notwendige Internationalisierung erfährt durch den neuen FH-Entwicklungsplan einen zusätzlichen Impuls. Laut Entwicklungsplan soll der Aufbau von grenzüberschreitenden Netzwerken insbesondere mit mittel- und osteuropäischen Staaten gefördert werden. Als Schritt in die richtige Richtung bewertet Jungwirth den Ausbau des berufsbegleitenden Studienangebots: "Die Fachhochschulen können hier ihre Standort-Vorteile optimal nutzen und in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft attraktive Weiterbildungsprogramme anbieten."

Wermutstropfen Finanzierung

Dass es bei der Finanzierung der Studienplätze trotz der gesteigerten Qualitätsansprüche zu keiner Erhöhung der Fördersätze gekommen sei, bezeichnet Jungwirth als Wermutstropfen, "mit dem man leben muss". Wünschenswert seien hier, ähnlich wie bei der FH-Plus-Aktion, zusätzliche Anreiz-Systeme, um die wirtschaftliche Stabilität des Sektors zu gewährleisten. Konkret kann sich Jungwirth zum Beispiel eine verstärkte Förderung der Internationalisierung vorstellen.

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