"Road Pricing": WKÖ begrüßt Verbesserung des Mautsystems

Kessler: "Geplante Änderungen der Mitwirkungspflicht setzen Forderungen der Transportwirtschaft um" - Wunsch nach zusätzlichen Optimierungen bleibt aufrecht

Wien (PWK434) - Ausdrücklich begrüßt wird von der Wirtschaftskammer Österreich die heute von Vizekanzler Hubert Gorbach und der ASFINAG angekündigte Änderung der Mitwirkungspflicht beim Mautsystem für Lkw und Busse. "Durch erfolgreiche Verhandlungen zwischen Transportwirtschaft und ASFINAG ist es gelungen, die vorliegenden Erleichterungen in der praktischen Umsetzung des Mautsystems zu erreichen. Die geplante Regelung muss noch im Detail geprüft werden, sie dürfte aber eine wesentliche Verbesserung für unsere Mitglieder bringen", erklärt Dr. Veronika Kessler, Leiterin der Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der WKÖ, in einer ersten Stellungnahme.

Mit der ab 1.7.2004 vorgesehenen Neuregelung soll die in der derzeitigen Mautordnung normierte Mitwirkungspflicht für den Nutzer komfortabler werden. Eine Erleichterung wird sich für die Fahrzeuglenker vor allem dadurch ergeben, dass die Verpflichtung einer unmittelbaren Beachtung des Signaltons der Go-Box beim Durchfahren eines Mautportals entfällt.

Bisher musste der Lenker bei Ausbleiben des Signaltons ("nicht erfolgte Mauttransaktion"), die Maut entweder durch Anfahren einer Go-Vertriebsstelle innerhalb von 5 Stunden oder 70 km nachentrichten, oder sich telefonisch innerhalb von 30 Minuten beim CallCenter der Mautbetreiberfirma Europpass von der Nachzahlung der Maut vorläufig befreien. Wenn der Fahrer dieser Verpflichtung nicht nachkam, wurde eine Ersatzmaut von 220 Euro vorgeschrieben.

Besonderen Unmut der betroffenen Nutzer gab es in jenen Fällen, in welchen eine nicht erfolgte Mauttransaktion auf einen technischen Defekt des Mautsystems, etwa Ausfall des Mautbalkens, zurückzuführen war. "Die bisherige Regelung wurde in den letzten Monaten durch die Wirtschaftskammer Österreich auch deshalb heftig kritisiert, weil es immer wieder Fälle gab, in welchen der Lenker gar nicht bemerkte, dass ein Mautbalken durchfahren wurde und daher ein Signalton hätte ertönen müssen", erläutert Kessler. "Einer der Gründe, weshalb das Ausbleiben des Signaltons fallweise nicht bewußt wahrgenommen wurde, ist die notwendige Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Dieses erfordert die volle Aufmerksamkeit der Lenker. Die neue Regelung wird somit auch zu einer erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr beitragen."

In Zukunft soll ein Ausbleiben des Signaltons aus den genannten Gründen zu keiner Ersatzmautzahlung mehr führen. Aufrecht bleibt jedoch weiterhin die Verpflichtung, die Go-Box ordnungsgemäß zu montieren, sowie vor und nach Fahrtantritt die Funktionstüchtigkeit und richtige Einstellung der Achskategorie zu überprüfen.

"Im Sinne einer noch nutzerfreundlicheren Gestaltung des Mautsystems hoffen wir, in nächster Zeit weitere Optimierungen erreichen zu können", ergänzt Kessler: "Unter anderem fordern unsere Mitglieder eine Reduktion des Verwaltungsaufwands für ihr Unternehmen. Ein Aktenordner Papier für die Abrechnung pro Lkw und Monat ist einfach zu viel." (hp)

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