Gewerkschaftstag Metall - Textil: Starke Proteste, erfolgreiche Kollektivverträge Utl. Zusammenfassung der Berichte an den Gewerkschaftstag 1

Wien (GMT/ÖGB). Von der Organisation der Proteste und Streiks im Jahr 2003 über Highlights der Lohnpolitik der vergangenen vier Jahre bis zu Gender Mainstreaming in der GMT reichte die Palette der Berichterstattung beim 2. Gewerkschaftstag der GMT im Austria Center in Wien. Die Zentralsekretäre berichteten den rund 1.100 Delegierten aus ihren jeweiligen Aufgabenbereichen.++++

Im Bereich der Organisation lag der Schwerpunkt der vergangenen Jahre bei den Protestaktionen gegen die belastende Politik der Bundesregierung, berichtete Zentralsekretär Franz Riepl. Änderungen in der Organisation der Sozialversicherung, neue Steuern, neue Belastungspakete für ein unsinniges Nulldefizit, Barrieren im Bildungssystem, Aushöhlung des Sozialstaates, Eingriffe in Pensionen, eine unsoziale Pensionsreform sind nur einige Maßnahmen, gegen die sich die Proteste der Gewerkschaften richteten. Der ÖGB und die Gewerkschaften reagierten mit der ÖGB-Urabstimmung im Herbst 2001, mit Protestaktionen und Versammlungen in den Betrieben in den Jahren 2001 und 2002 und mit Streiks und einer Groß-Demonstration im Frühjahr/Sommer 2003. Dadurch ist es gelungen, die massivsten Verschlechterungen für die ArbeitnehmerInnen zu verhindern.

BetriebsrätInnen sind die organisatorische Stärke der GMT, bei Kollektivvertragsverhandlungen genau so wie bei Protestaktionen und dergleichen. Nur im Zusammenspiel der BetriebsrätInnen mit den Gewerkschaften können gute Erfolge für die Mitglieder erricht werden. Die GMT hatte mit Stand 31. Dezember 2003 in 1.409 Betrieben insgesamt 6.093 Betriebsräte.

Zentralsekretär Karl Haas hob in seinem Bericht hervor, dass die Hauptaufgabe der Gewerkschaften das Verhandeln guter Kollektivverträge sei. In den vergangenen vier Jahren hat es wesentliche Neuerungen im Bereich der Kollektivverträge gegeben. Die Angleichung der Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter an jene der Angestellten war und ist einer der Schwerpunkte der Kollektivvertragspolitik der GMT. Im Jahr 2002 wurde erstmals ein Kollektivvertrag für überlassene ArbeiterInnen abgeschlossen. Die Verhandlungen zu diesem Kollektivvertrag haben sich über mehrere Jahre erstreckt. Das Ergebnis hat jedoch gezeigt, dass sich die hartnäckigen Bemühungen der GMT gelohnt haben und dass durch den Kollektivvertrag zahlreiche Regelungen zugunsten der betroffenen Beschäftigten eingeführt wurden. Im Dezember 2003 hat die GMT ein einheitliches Entgeltsystem für die rund 56.000 ArbeiterInnen und Angestellten der Elektro- und Elektronikindustrie vereinbart. Dieses einheitliche System stellt mit Sicherheit einen der größten Meilensteine in den Kollektivvertragsverhandlungen der GMT dar und ist seit Mai 2004 in Kraft. Im Bereich der Textilindustrie konnte die GMT Verbesserungen bei den Sonderzahlungen - Weihnachtsremuneration und Urlaubszuschuss - durchsetzen. Die Ansprüche auf Sonderzahlungen in voller Höhe gelten nun in einigen Branchen früher, weitere Verbesserungen sind Ziel der KV-Politik in diesem Bereich.

86.097.000 Euro für ihre Mitglieder erstritten

Der Rechtsschutz, die Durchsetzung der Rechte der Mitglieder, ist ein zentraler Bereich der GMT. In diesem klassischen Rechtsschutzbereich, bei der außergerichtlichen und gerichtlichen Vertretung von Mitgliedern, Funktionärinnen und Funktionären, und bei Interventionen hat die GMT auch in den vergangenen vier Jahren viel durchgesetzt. Die Zentrale Rechtsabteilung der GMT hat in den Jahren 2000 bis 2003 417 Klagen eingebracht. Die GMT hat einen Gesamtbetrag von über 86.097.000 Euro für ihre Mitglieder erstritten. Fast die Hälfte davon war das Ergebnis von Sozialplänen. Auffällig an den Zahlen ist, dass die Zahlungen aus Gerichtsverfahren gestiegen sind. Das bestätigt auch unsere praktischen Erfahrungen, dass nämlich Arbeitgeber außergerichtliche Lösungen immer seltener akzeptieren.

Alle Informationen rund um den Gewerkschaftstag und aktuelle Berichte sind unter www.gewerkschaftstag.at zu finden.

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