"Die Familie ist das tragfähigste Solidarsystem"

LR Schmid eröffnete Enquete "Blickpunkt Kind"

Bregenz (VLK) - Im Rahmen der kürzlich gestarteten Öffentlichkeitskampagne "Kinder, fertig, los!" fand auf
Initiative von Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Familienlandesrätin Greti Schmid heute, Montag, im Landhaus
in Bregenz eine Enquete statt. Unter dem Titel "Blickpunkt
Kind" diskutierten Fachleute und gut 100 Experten aus
Politik und Wirtschaft über aktuelle Fragen zur
Geburtenentwicklung und Familienförderung als
gesellschaftliche Herausforderungen. ****

In ihrer Begrüßungsrede unterstrich Landesrätin Schmid
das Anliegen der Landesregierung, das sich in der
Initiative "Kinder, fertig, los!" ausdrückt: Wir müssen
unsere Kinder in die Mitte nehmen und für diese
nachfolgende Generation bestmöglichste Rahmenbedingungen
schaffen. Schmid: "Kinder brauchen die Liebe ihrer Eltern
genauso wie ein Umfeld, in dem sie sich frei entwickeln
können." Weiters werde in Zukunft der Bereich
"Elternbildung" noch mehr forciert. Auch erwähnte Schmid
einige Maßnahmen im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie und verwies erneut auf den massiven Ausbau der Kinderbetreuungsangbote in Vorarlberg. "Wir werden uns auf
Grund dieser positiven Fakten aber nicht zurücklehnen,
sondern weiterhin gemeinsam mit den Gemeinden an einem bedarfsgerechten Kinderbetreuungsangebot weiterarbeiten und
die Unternehmen in der Schaffung familienfreundlicher
Maßnahmen weiter unterstützen" so die Landesrätin.

Hochkarätige Referenten

Bei der Enquete "Blickpunkt Kind" kamen hochkarätige
Referenten zu Wort. Walter Bien vom Deutschen
Jugendinstitut in München, der als nationaler
Berichterstatter der Europäischen Beobachtungsstelle zur
sozialen Situation, Demografie und Familie fungiert,
erläuterte in seinem Referat "Elternschaft zwischen Wunsch
und Wirklichkeit" die Möglichkeiten, politischen Einfluss
zu nehmen: Familienpolitik statt Bevölkerungspolitik ist
angesagt, weiters muss der Kinderwunsch der
Bevölkerungsmehrheit ernst genommen werden und die
Bedingungen für eine bessere Umsetzbarkeit geschaffen
werden (Beratungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von
Erwerbsarbeit und Familie, breites Umdenken über die
Bedeutung von Familie in der Gesellschaft, finanzielle
Anreize). Außerdem müsse laut Bien das Humanvermögen
aufgewertet werden. Es sei eine lebenslauforientierte Familienpolitik gefragt, ebenso müsse die junge Generation
früh selbstständig und verantwortungsbewusst gemacht
werden. Bien beendete seinen Vortrag mit den Aussagen
"Kinder sind die Zukunft" und die "Familie ist das
tragfähigste Solidarsystem".

Christiane Flüter-Hoffmann, Projektleiterin betriebliche Personalpolitik, vom Institut der deutschen Wirtschaft in
Köln kam in ihrem Vortrag "Was macht eine
familienfreundliche Arbeitswelt aus?" zum Schluss, dass
"Eltern dem Unternehmen nur dann zur Verfügung stehen, wenn
eine Arbeitsflexibilisierung angeboten wird und eine
ausreichende und bedarfsgerechte Kinderbetreuung vorhanden
ist." Wenn sowohl die Interessen der Arbeitnehmerinnen wie
auch der Unternehmen berücksichtigt werden ist die
Referentin von einer "Win-Win Situation" überzeugt. Das
heißt beispielsweise, so Flüter-Hoffmann: Beschäftigte, die
keine starren Arbeitszeiten haben, können nicht nur bei
Notfällen flexibel reagieren und sind dadurch zufriedener
und motivierter; Beschäftigte, die ihre Kinder gut versorgt
wissen können sehr produktiv arbeiten und fehlen seltener.

Auch das Modell Frankreich wurde aufgezeigt und
diskutiert. So berichtete der Leiter des Pariser Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Norbert Wagner, über
Familienpolitik und Kinderbetreuung in Frankreich, wo seit
Jahren die Familien in der Besteuerung Berücksichtigung
finden und auf Grund der bisherigen Erfahrungen das System
der Tagesmütter stark forciert werde. Der
Schwangerschaftsurlaub beträgt max. zehn Wochen, sodass
viele Mütter anschließend vorwiegend aus wirtschaftlichen
Gründen wieder in den Beruf zurückkehren und eine
Kinderbetreuung brauchen. Ob dies (v.a. die Betreuung in
Krippen) im Sinne des Kindes ist, mag bezweifelt werden, so
Wagner in seinem Referat. Auch er kommt zum Schluss, dass
ein direkter Zusammenhang zwischen staatlichen
Familienleistungen einerseits und der Geburtenhäufigkeit andererseits kaum nachzuweisen ist. Die Beweggründe für
Kinder sind sehr persönlicher Natur.

Zum Schluss der Enquete präsentierten die Kinder der
Hauptschule Götzis unter der Leitung von Michael Schnetzer
den von ihnen getexteten und komponierten "Kinder, fertig, los!"-Rap.

Informationen zur Initiative "Kinder, fertig, los!" gibt
es im Internet auf www.vorarlberg.at/kinder-fertig-los.
(ug/dw,nvl)

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